Rosenheim - Der Zusammenschluss der drei Landkreis-Kliniken in Bad Aibling, Prien und Wasserburg mit dem Rosenheimer Klinikum ist perfekt. Kreistag und Stadtrat fassten dazu einstimmige Beschlüsse. Ziel ist der Erhalt einer wohnortnahen Versorgung. Alle Häuser sollen erhalten werden.

In Zeiten ständiger Reformen der Gesundheitspolitik sei ein Zusammenschluss notwendig, um die Patienten bestmöglich versorgen zu können, betonten Landrat Josef Neiderhell und Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer in einer Pressekonferenz. Die Wettbewerbsposition der kommunalen Krankenhäuser in der Region werde gestärkt, auch könne eine gemeinsame Personalpolitik vor dem Hintergrund eines drohenden Ärzte- und Pflegekräftemangels betrieben werden.
Als Ärztlicher Direktor des Rosenheimer Klinikums verwies Dr. Christoph Knothe darauf, die Kliniken wollten nicht erpressbar sein: "Wir wollen nicht, dass uns die Krankenkassen vorschreiben können, was wir zu leisten haben, und wir wollen nicht, dass wir von Patientenseite unter Druck gesetzt werden können, wenn gewisse medizinische Dienste verlangt werden mit Hnweis darauf, dass die Klinik ,gleich um die Ecke' dies anbietet."
Krankenhausexperten erwarten, dass Investitionen künftig über Fallpauschalen finanziert werden. Dies macht nach Ansicht von Landrat und Oberbürgermeisterin die Notwendigkeit von Konzentrationen wie sie bisher schon von privaten Krankenhausträgern betrieben werden, noch deutlicher.
Zusammen zählen die vier Kliniken 3050 Beschäftigte. Deren Rechte sollen gewahrt werden, unter anderem durch die weitere Anwendung der geltenden Tarifverträge. Die Gesellschaft wird zudem Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband. An Personalabbau sei nicht gedacht. Die Zahl der Betten bleibt mit 1520 gleichfalls zunächst erhalten. Man müsse sich aber immer wieder neu an den Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens orientieren, räumte Günter Pfaffinger ein. Als Vorstand der Triamed-Kliniken zeigte sich Franz Huber erfreut über bessere Konditionen im Einkaufsbereich. Auch würden die Möglichkeiten der Facharztausbildung optimiert.
Der Landkreis musste 2008 ein Defizit von zwei Millionen Euro für die drei Triamed-Kliniken ausgleichen. Für das als GmbH geführte Klinikum wurden keine Zahlen genannt. Die Stadt gewährt jährlich eine Investitionspauschale von drei Millionen Euro. "Wenn die Stadt eine Pauschale zahlt, werden wir das auch tun", versicherte Landrat Neiderhell. bi
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