2302.09.10|Rosenheim Land|Rosenheim Land|19
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Rosenheim - Franz Müller, der mutmaßliche Mörder seiner Frau und seines Sohnes, ist nach wie vor auf der Flucht. Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung.

© Fotosreisner/ro24
Die Polizei gestern Vormittag bei der Suchaktion im nordwestlichen Stadtgebiet von Rosenheim.
Gestern Morgen schien es eine heiße Spur zu geben: Polizisten suchten den Bereich zwischen dem Rosenheimer Nordwesten und Großkarolinenfeld ab. Gegen Mittag allerdings drehte der Hubschrauber ab, die Suche brachte kein Ergebnis. "Wir gehen derzeit jedem Hinweis der Bevölkerung nach", erklärte Polizeisprecher Konrad Rutzinger. Denn wenn auch noch nicht hundertprozentig feststehe, dass Müller der Mörder seiner Exfrau und seines Sohnes ist, so sei dennoch klar: "Er hat mit der Sache etwas zu tun."
Die Fahndung nach Franz Müller konzentriert sich - auch wenn die Polizei dies nicht bestätigte - offensichtlich auf das Stadtgebiet Rosenheim. Dort nämlich begannen Beamte gestern, rund 100 Plakate an öffentliche Gebäude zu kleben. Eine Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung Müllers führen, wurde laut Rutzinger bislang noch nicht ausgesetzt. Sollte sich der 48-Jährige doch ins Ausland - etwa nach Rumänien - abgesetzt haben, arbeitet die Rosenheimer "Soko Hochgern" mit den dortigen Behörden zusammen.
Das gestern veröffentlichte Plakat erhält neben dem am Dienstag herausgegebenen Fahndungsfoto neue Informationen: Demnach ist der Gesuchte kräftig gebaut und trägt gerne Kopfbedeckungen.
Auch wenn die Polizeibeamten in Rosenheim derzeit keinen Stein auf dem anderen lassen auf der Suche nach Franz Müller, herrscht vor allem in der Hochgernstraße 1 nackte Angst, dass der Gewalttäter zurückkommen könnte. Eine Bewohnerin aus dem vierten Stock betonte gestern ausdrücklich, nie etwas Schlechtes über Müller gesagt zu haben. Angesichts der akuten Bedrohung werden in der Nachbarschaft aber auch kritische Stimmen laut, die fragen: "Warum wurde die Fahndung erst so spät, zwei Tage nach der Tat, öffentlich gemacht?"
Die beiden anderen Kinder des Mordopfers Lacramioara M., Andra Maria und Daniel, kämpfen im Moment vor allem mit der Trauer um ihre tote Mutter. Die Heimatzeitung erreichte die 15-jährige Andra am Dienstagnachmittag in Rumänien, das Mädchen stand völlig unter Schock. Noch könne sie nichts zu dem Fall sagen, gab die Jugendliche an.
Wann sie und ihr Bruder wieder in ihre Heimat nach Rosenheim zurückkommen, ist noch ebenso offen wie die Frage, wer künftig die Erziehung der Geschwister übernehmen soll.
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