104.01.10|Rosenheim Land|Rosenheim Land|5
Drucken|Empfehlen|Schrift
a
/
A||recommendbutton_count130
Rosenheim - "Ich könnte sofort loslegen." Mit diesem Argument wandte sich der arbeitslose, gelernte Bürokaufmann Michael Janssen, der seit seiner Geburt eine starke Sehbehinderung hat, an die Öffentlichkeit. "Ich möchte ein Zeichen für Schwerbehinderte setzen, dass wir trotzdem voll im Leben stehen können." Über 200 Bewerbungen habe er erfolglos versandt. Doch jetzt sieht die Welt für Janssen anders aus. Er hat eine Stelle im Service Center der Agentur für Arbeit Rosenheim angetreten.

Michael Janssen (vorne) an seinem neuen Arbeitsplatz im Service-Center der Agentur für Arbeit Rosenheim. Links Michael Kinzlinger, stellvertretender Leiter des Service-Centers, rechts Teamleiter Bernhard Artmeier.
Über die Betreuung durch die Agentur für Arbeit kommt er sofort ins Schwärmen. Der 47-Jährige bezog nach seiner Selbständigkeit, bei der er sich freiwillig in der Arbeitslosenversicherung weiterversichert hatte, Arbeitslosengeld I. Dieses Arbeitslosengeld I lief am 29. September.2009 aus. Arbeitslosengeld II - Hartz IV - wollte er nicht beantragen. So ließ er sich als "Nicht-Leistungs-Empfänger" weiter bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend führen. Kurze Zeit später ereilte Janssen ein Anruf von Stephan Dieterich, seinem zuständigen Arbeitsvermittler, ob er sich nicht als Telefon-Service-Berater in der Agentur für Arbeit Rosenheim bewerben möchte. Er überlegte keine Sekunde, denn er hatte schon einmal in einem Call-Center gearbeitet und schickte sofort eine Bewerbung los.
Harald Neubauer, Leiter der Agentur für Arbeit, dazu: "Wir wissen, dass behinderte Menschen in ihrem Alltag immer wieder auf Barrieren, auf sichtbare und unsichtbare, auf Berührungsängste und Vorurteile stoßen. Sie zählen immer noch zu den Benachteiligten." Aber Michael Janssen habe beim Einstellungsgespräch gepunktet, so Neubauer. Trotz seiner starken Sehbehinderung - er benötigt zum Lesen und für die Arbeit am PC ein Prismenfernglas - habe er durch seine kommunikative Art überzeugt.
Dies bestätigen auch seine Teamleiter: "Schwerbehinderte müssen, genauso wie alle anderen, Engagement zeigen und für die Tätigkeit geeignet sein. Erst bei gleicher Eignung werden sie bevorzugt eingestellt."
Für Janssen heißt es jetzt erst einmal, sich einzuarbeiten. Er geht mit zwei weiteren Mitarbeitern für vier Wochen ins 600 Kilometer entfernte Mettmann zur fachlichen Schulung. Seinen künftigen Arbeitsplatz im Service-Center hat sich Siegfried Grundke, Technischer Berater der Agentur für Arbeit Rosenheim, und für die Agenturbezirke Rosenheim und Freising zuständig, bereits angesehen. Grundke: "Wir Technischen Berater sind Ansprechpartner für technische und arbeitswissenschaftliche Fragen. Dabei unterstützen wir nicht nur die Mitarbeiter der Bundesagentur, sondern stehen auch anderen Unternehmen beraterisch zur Seite, wenn sie einen Schwerbehinderten einstellen wollen."
Auch zur Erhaltung von Arbeitsplätzen können sie eingeschaltet werden. Nach einer Arbeitsplatz- und Leistungsanalyse habe sich bisher für jeden eine geeignete Lösung gefunden, gegebenenfalls mit technischen Arbeitshilfen, so Grundke.
In Bezug auf Michael Janssen stellte sich erfreulicherweise heraus, dass er außer einer Schreibtischlampe keine weiteren technischen Hilfen benötigt. "Unser neuer Mitarbeiter kann sich gut orientieren und seinen Job ohne weitere Hilfsmittel zu 100 Prozent ausüben." re
zurück zur Übersicht: Rosenheim Land

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

