"Der Tod gehört zum Leben"

"Der Tod gehört zum Leben"

013.01.10|Rosenheim LandFacebook
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Den Tod wieder als wichtigen Teil des Lebens ins öffentliche Bewusstsein zu rücken - das ist das Anliegen der Hospizbewegung. In Bayern gibt es mittlerweile 140 Hospizvereine mit 5000 ehrenamtlichen Helfern. Einer davon ist der Jakobus-Hospizverein für Stadt und Land Rosenheim. Die Wanderausstellung "Gemeinsam Gehen", die jetzt im Foyer des Rathauses Rosenheim eröffnet wurde, gibt Einblick in die vielen Facetten der Hospizarbeit.

Sie nahmen die Wanderausstellung genau in Augenschein (von links): Marie Hesse, Vorstand der Bayerischen Stiftung Hospiz, Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Reinhilde Spiess, Vorsitzende des Jakobus-Hospizvereins für Stadt- und Land Rosenheim, und Schauspielerin Ilona Grübel. Foto Wunsam

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Sie nahmen die Wanderausstellung genau in Augenschein (von links): Marie Hesse, Vorstand der Bayerischen Stiftung Hospiz, Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Reinhilde Spiess, Vorsitzende des Jakobus-Hospizvereins für Stadt- und Land Rosenheim, und Schauspielerin Ilona Grübel. Foto Wunsam

Rosenheim - Initiiert wurde die Wanderausstellung vom bayerischen Sozialministerium. Auf großen Tafeln im Foyer des Rathauses Rosenheim sind viele Informationen zum Thema zusammengefasst. Außerdem liegen zahlreiche Broschüren zum Mitnehmen aus. Zusätzlich kann man über Kopfhörer ein Interview mit Staatsministerin Christine Haderthauer hören und weitere Einzelheiten über Trauerbewältigung und die Rolle der Angehörigen erfahren.

Kein einfaches Thema und trotzdem eines, das bewegt, wie sich bei der gut besuchten Eröffnungsveranstaltung zeigte. "Hospiz ist eine bedeutende Bewegung", meinte Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, die selbst Mitglied des Rosenheimer Hospizvereins ist.

Der Jakobus-Hospizverein für Stadt und Land Rosenheim wurde vor fast 17 Jahren gegründet. Damals bestand er aus 48 Mitgliedern. Heute sind es 625. Vorsitzende Reinhilde Spiess erinnert sich noch genau an die Anfangszeit. "Ich hatte damals Angst", gesteht sie heute: "Ich wusste nicht, ob wir dieser Aufgabe gewachsen sind."

39 aktive Hospizhelfer begleiten derzeit Sterbende in Stadt und Landkreis in ihrer letzten Lebensphase und stehen auch deren Angehörigen bei. Jährlich verzeichnet der Verein etwa 70 abgeschlossene Begleitungen.

Leicht ist die Hospizarbeit nicht. Sie sei eine "Sache der Einstellung", meinte Dr. Andreas Frank vom bayerischen Sozialministerium. Die innere Haltung zum Tod sei dabei entscheidend: "Man muss erkennen, dass das Leben und das Sterben zusammengehören." Durch die Hospizarbeit wolle man den Menschen die Angst nehmen, an ihrem Lebensende zu "bloßen Objekten degradiert zu werden".

Mittlerweile gibt es in Bayern zwölf stationäre Hospize mit 120 Plätzen. Auch in Stadt und Landkreis soll eines entstehen. Wann es soweit sein wird, steht aber bislang noch nicht fest. Tatsache sei, so Dr. Frank, dass der Ausbau bayernweit weiter vorangetrieben werde.

Neu in Rosenheim ist die Palliativstation im Klinikum Rosenheim. Die ersten Patienten wurden dort vor wenigen Tagen aufgenommen. Über die Arbeit in der Palliativstation sprach Oberarzt Dr. Michael Schnitzenbaumer. "Die meisten Menschen wollen in ihren eigenen vier Wänden sterben. Wir werden alles tun, um möglichst vielen Menschen diesen letzten Wunsch zu ermöglichen", sagte er. Natürlich sei er sich aber bewusst, dass dies nicht immer machbar sei. Auch darum seien Einrichtungen wie die neue Palliativstation wichtig. So könne den Menschen ein würdiges Leben bis zum Ende ermöglicht werden.

Eingegangen wurde auch auf die Arbeit der Bayerischen Stiftung Hospiz. Sie setzt sich dafür ein, dass die Sterbebegleitung weiter verbessert wird. "Wir unterstützen finanziell und ideell", sagte dazu Marie Hesse, Vorstand der Bayerischen Stiftung Hospiz. Zum Schluss des offiziellen Teils stand eine Lesung von Schauspielerin Ilona Grübel auf dem Programm. Sie las den Gästen ein Märchen vor, das von Tod, Liebe und Leben handelte.

Die Ausstellung "Gemeinsam Gehen" ist noch bis zum 24. Januar im Foyer des Rathauses zu sehen, Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr und am Freitag von 8 bis 15 Uhr. wu

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