Schechen - Man kann ihn hassen oder lieben. Aber es ist schwer, keine Emotion für den Bussi-Schorschi zu entwickeln. TV-Redakteur Bernd Berger weiß, warum: "Er hat Kult-Potenzial."

© Schernthaner
Georg Weiß lässt sich seine gute Laune nicht durch Bürokratie verderben. Vielmehr arbeitet er an seiner TV-Karriere.
Herr Berger, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ausgerechnet mit einem Abbruch-Unternehmer und Gärtnerei-Besitzer aus dem Oberbayerischen einen Reality-Piloten zu drehen?
Bernd Berger : Das ist nicht so abwegig. Wir sehen in Bussi-Schorschi dasselbe Potenzial wie es eine Daniela Katzenberger oder die Geissens haben.
Das müssen Sie mir jetzt aber genauer erklären.
Der Bussi polarisiert und er amüsiert. Sobald er einen gewissen Bekanntheitsgrad hat, wird er von selber funktionieren. Er trifft mit seiner Art den Massengeschmack.
Hmm...
Sie vergleichen einen Menschen mit einem Gemüse?
Ich erkläre den Mechanismus. Der Bussi ist authentisch und 1:1 genau so, wie er sich in unserem Film präsentiert. Da ist nichts gestellt. Dafür ist er gar nicht medienerfahren genug. Wenn Bussi seine weiße Brille aufsetzt, dann sieht er die Welt nicht nur im wörtlichen Sinn in anderen Farben. Als Geschäftsmann mag er sicher auf den Putz hauen, aber mit Brille wird er zum Bussi-Schorschi. Deshalb darf er sich da auch mehr erlauben, zum Beispiel bei den Frauen. Einem Clown nimmt man selten etwas übel.
Werden Sie dann mit ihm weiter an Ihrem Reality-Format arbeiten?
Wir sind dabei, das zu entwickeln.
Haben Sie keine Angst, dass Sie dafür geschmäht werden?
Mit einem Kunst-Anspruch darf man hier nicht rangehen. Der Bussi-Schorschi ist einfach ein erfolgreiches TV-Produkt. Er trifft einen gewissen Zeitgeist und bedient den Massengeschmack. Er mag dabei keine Kunst sein, aber das Potenzial für Kult hat er. Möglicherweise wird er sich auch - wie so viele vor ihm - nicht lange im Bewusstsein der Öffentlichkeit halten, möglicherweise aber doch. Ich denke jedenfalls, wir werden noch von ihm hören.
Wir sind gespannt. Herr Berger, vielen Dank für das Gespräch.
In der Region macht Bussi-Schorschi im Augenblick weniger mit seinen TV-Plänen von sich reden als mit seinem Streit mit Gemeinde und Landratsamt. Es geht um den Bau einer Lagerhalle, die er zu einem Event-Stadl umfunktioniert hat.
ck/rosenheim24.de
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