Obing/Landkreis - Jede weitere neugebaute Biogasanlage schadet der Umwelt mehr als sie nutzt. Das war das Fazit der jüngsten Tagung unter dem Motto "Wie Bio ist Biogas?" in Obing, veranstaltet von Demeter Bayern.
Den vermuteten Zusammenhang zwischen steigenden Pachtpreisen für landwirtschaftliche Flächen und der wachsenden Anzahl von Biogasanlagen konnte Dr. Markus Gandorfer von der landwirtschaftlichen Universität Freising bestätigen: "In den Regionen mit hoher Biogasanlagendichte können Pachtpreise reel bis auf 800 bis 1000 Euro/Hektar steigen." Wie sehr überhöhte Pachtpreise die Existenzfähigkeit von Öko-Betrieben und milchviehstarken Familienbetrieben gefährden, veranschaulichte ein Erfahrungsbericht des Landwirts Franz Obermeyer aus Tengling sehr deutlich.
Der Anbau von Energiepflanzen für die Biogasanlagen in Deutschland führt laut Gandorfer dazu, dass hier verwendete Futter- und Lebensmittel beispielsweise in Südamerika angebaut werden, was dort wiederum dazu führt, dass Lebensmittel fehlen oder Urwälder und Savannen gerodet werden.
Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien schneidet Biogas schlecht ab. "Für die gleiche Menge an erzeugtem Strom benötigen Biogasanlagen deutlich mehr Fläche als Windkraft oder Fotovoltaik" rechnete Herbert Barthel vom Bund Naturschutz Bayern vor. Zudem gehen in den Standard-Biogasanlagen, auch nach Einführung der Mindestwärmenutzungspflicht durch das neue Energieeinspeisegesetz, "enorme Mengen an Wärmeenergie ungenutzt verloren", so Barthel.
Ulrich Mück, Berater beim Demeter-Erzeugerring, fasste die Ergebnisse zusammen: "Weitere Biogasanlagen zu bauen ist nur sinnvoll, wenn diese ausschließlich Abfallstoffe oder Gülle und Reststoffe des landwirtschaftlichen Betriebs verwerten."
re/Oberbayerisches Volksblatt
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