010.04.10|Leserbriefe|Leserbriefe|
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Zum Bericht "Kabinett beschließt Flughafenanbindung" im Lokalteil:
Nun ist es also geschehen. Nach dem bayerischen Kabinett hat sich auch die Landtags-CSU geschlossen festgelegt: In München sollen der zweite S-Bahn-Stammstreckentunnel und die Flughafenanbindung über die Osttrasse gebaut werden. Das Erstaunliche daran ist, dass auch die hiesigen Landtagsabgeordneten Ingrid Heckner, Reserl Sem und Marcel Huber offensichtlich zugestimmt haben. Die Konsequenzen für unsere Region werden fatal sein.
Das Schlimme ist nicht, dass der Nutzen dieser Projekte für die Pendler und Reisenden aus Südostbayern gegen Null tendiert, das Problem ist viel grundlegender: Geld kann nur einmal ausgegeben werden. Wer geschätzte 3,5 Milliarden Euro (Kostensteigerungen während der Bauzeit nicht eingerechnet) in den Münchener S-Bahn-Verkehr investiert, muss klar sagen, dass dieses Geld an anderer Stelle fehlen wird!
Nachdem wir nun schon seit 25 Jahren auf unseren Bahnausbau warten, ist das Verhalten der hiesigen Abgeordneten sehr enttäuschend. Wer diesen Münchener Projekten zustimmt, legt damit auch fest, dass sich der Ausbau unserer Bahnstrecke um weitere 15 bis 25 Jahre verzögern wird. Es ist jetzt von Seiten der Politik weder ein Hinweis auf die "tollen Ausbaufortschritte" (zwei mal acht Kilometer bis 2015 bei 141 Kilometern Gesamtstrecke) angebracht, noch sei der Verweis auf den aus der Region stammenden Bundesverkehrsminister, der schon alles richten wird, erlaubt. Auch Ramsauer kann nicht für die nötige wundersame Geldvermehrung sorgen.
Unsere Abgeordneten hätten auf der deutlich günstigeren Ausbauoption, dem Südring, beharren sollen. Hier würden nicht nur direkte Vorteile für Pendler aus Südostbayern umgesetzt (Umsteigemöglichkeiten, Pünktlichkeit, Reisezeit), es wäre auch genügend Geld übrig, um den Bahnausbau in das Chemiedreieck größtenteils umzusetzen.
Christian Fischer
Burghausen
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