111.12.09|Leserbriefe|58 Kommentare
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Zur Kruzifix-
Demokratie sagt nicht, dass alle Menschen gleich sind, aber dass alle vor dem Gesetz gleich sind. Jesus hat gesagt, dass alle Menschen vor Gott gleich sind. Er war der erste, der das gesagt hat. Die Predigt ideeller Werte (der Demokratie) nur als Wert an sich, ohne Verantwortung vor einem persönlichen Gott, lässt die Menschen kaum besser handeln.
Vor Gott zählt nur das Gewissen, vor seiner Liebe sind wir alle gleich. Grieche oder Barbar, römischer Staatsbürger oder nicht, Herr oder Sklave, Christ oder Ketzer, Jude oder Goi, alleinberechtigter Rechtsgläubiger oder rechtloser Ungläubiger, Erleuchteter oder jemand, der sein Leben als Schwein oder Ratte wiederholen muss, Adel oder bürgerlich, Elite oder Pöbel, weiß oder rot, schwarz, gelb, White anglosaxon Protestant, oder nicht, Herrscherrasse oder slawischer Untermensch, Kapitalist oder Proletarier, rechtsradikal oder linksradikal, Yuppie oder Sozialhilfeempfänger, alter Depp oder Jugendwahn, behindert oder perfekt, Supermann oder blöde Frau.
Ein Atheist kann ein ehrlicher Demokrat sein, aber wer Gott leugnet, der zieht der Demokratie den Boden unter den Füßen weg, der macht sie ideologisch angreifbar und ethisch fragwürdig. Wer Demokratie nur humanitär begründet, der nennt nur ihre vorletzte Ursache. Demokratie ist ohne Christentum nicht unwiderlegbar zu begründen. Dann wird das Recht des Stärkeren, die evolutionäre Auslese, das Überleben der Besseren gefordert. Gott hat alle Menschen erlöst, ohne Ausnahme. Wer geistig die Erinnerung daran, wer gegenständlich die Mahnung daran, nämlich das Kreuz, aus der Öffentlichkeit entfernt, der höhlt das aus, was wir in zwei Jahrtausenden mühsam und noch sehr unvollkommen an Demokratie geschaffen haben. Kreuz ist Demokratie.
Dr. Wolfgang Krautwig
Bad Aibling
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