207.08.10|Leserbriefe|Leserbriefe|
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Zur Bahnlinie München-Mühldorf-Freilassing (Berichte im Lokalteil):
Groß war die Hoffnung, als der Traunsteiner CSU- Bundestagsabgeordnete Verkehrsminister wurde. Vor allem der teilweise Ausbau der eingleisigen heimischen Dieselbahn könnte damit den einen oder anderen Schritt nach vorne machen, so der Tenor der chemischen Industrie, mit ihren täglich über 700 Lkw-Ladungen und 350 Güterwaggons und den 15000 Berufspendlern von Mühldorf nach München. Ramsauer ist nun fast ein Jahr im Amt, seine Bilanz sieht mehr als ernüchternd aus. Nach den populistischen Worten zu Beginn - kontinuierlicher Weiterbau der Strecke München-Mühldorf-Freilassing - musste er kleinlaut eingestehen, wie es um den Ausbau der Bahn wirklich steht. Sein Ziel sei die Fertigstellung noch während seiner politischen Karriere. Just in den Sommerferien veröffentlicht Ramsauer seine erste große Hausaufgabe: den neuen Bundesverkehrswegeplan. Enthält der keine Neuerungen bezüglich der zahlreichen Projekte in seiner Heimat, ist Ramsauers "Versetzung" sehr gefährdet. Wenn Richtung Mühldorf bis in zehn Jahren nicht mindestens die zwei seit 1997 versprochenen Begegnungsabschnitte bei Dorfen und Markt Schwaben gebaut werden, enttäuscht er viele. Dann hat SPD-Minister Tiefensee mehr Richtung Mühldorf vollbracht als ein CSU-Mann aus Oberbayern! Die Bahn scheint dies zu ahnen und renoviert vorsorglich beinahe die halbe Bahnstrecke in den Sommerferien, darunter die dringend notwendigen Ausbauabschnitte. Drei Wochen Bauarbeiten verheißen: Hier wird bis 2025 nichts mehr gebaut. Für Ramsauer und sämtliche bayerischen Vertreter in Berlin ein Armutszeugnis! 1,4 Milliarden Euro werden jährlich im Bundesgebiet für die Bahn verbaut, für die heimische Bahnstrecke haben sie nun in den nächsten zehn Jahren nicht einmal 500 Millionen Euro übrig!
Michael Wengler
Mühldorf
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