Wer sich der läuferischen Herausforderung über 100 km oder gar 100 Meilen freiwillig stellt, dem können auch Regen, Matsch und Nebel kaum etwas ausmachen. Dieser Meinung waren auch 142 Teilnehmer, die sich zum Start des siebten "Chiemgauer 100" im Ruhpoldinger Sportstadion einfanden. Von ihnen erreichten beachtliche 120 trotz zum Teil widrigster Umstände auch das Ziel über eine der ausgeschriebenen Strecken - von 66 km bis 100 Meilen, lediglich 20 sahen sich zur Aufgabe gezwungen.

© OVB
Die Sieger Thomas Wagner, Gine Enenkel und Rudi Döhnert (von links) mit dem Höhenprofil des Laufes als Pokal; im Hintergrund "Macher" Dr. Giselher Schneider.
Die Tatsache, dass alle 76 Läuferinnen und Läufer, die am Fellnhaus ankamen und somit entweder die vollen 100 km oder 100 Meilen absolvierten, in ausgezeichneter Verfassung waren, zeigt den hervorragenden Trainingszustand und die gute Selbsteinschätzung dieser Athleten.
Am schnellsten über 100 kam war Rudi Döhnert vom Alfterer SC, der in 11:35 Stunden unangefochten Platz eins belegte, gefolgt von Streckenrekordhalter und Topfavorit Petru Muntenasu (Team Salomon) und Lokalmatador Armin Hohenadler vom TV Traunstein, die gemeinsam nach 12:06 Stunden auf Rang zwei eintrafen. Mit Alois Klauser vom TSV Bergen auf Platz neun in 13:51 Stunden schaffte ein weiterer einheimischer Teilnehmer die Top -Ten, sein Vereinskamerad Michael Krammer erreichte nach 16:41 Stunden das Waldstadion ebenfall noch deutlich unter dem vorgegebenen Zeitlimit. Mit dem Japaner Hiroyuki Tamagawa auf Rang 14 und dem Chinesen Jin Cao auf Rang 25 waren auch zwei Läufer aus Fernost unter den Finishern.
Die beste Leistung bei der siebte Ausgabe über die Berge rund um Ruhpolding lieferte allerdings der Österreicher Thomas Wagner über 100 Meilen ab. Nicht nur, dass sein Sieg in 24:04 Stunden mit fast viereinhalb Stunden Vorsprung auf den Waliser Michael Richardson unangefochten war, auch seine Zeit war fantastisch.
Hinter dem Traunsteiner Armin Hohenadler (22:43) und dem Italiener Ulrich Gross (23:36), beide Bestzeiten wurden ebenfalls im Rekordjahr 2008 aufgestellt, reiht er sich auf Platz drei der "Ewigen Bestenliste" ein und verdrängt Organisator Dr. Giselher Schneider (24:42; 2006) auf den vierten Platz. Da wird der "Gi" wohl seinen eigenen Lauf doch noch einmal selbst absolvieren müssen. Den ausgezeichneten dritten Rang von 14 eisenharten Männern, die sich auf die Königsstrecke wagten, belegte Ulrich von Grossmann vom SC Eisenärzt. fh



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