Brannenburg - Mit dem Kauf des Areals der Karfreit-Kaserne durch Wolfgang Endler, Inhaber des gegenwärtig in Stephanskirchen angesiedelten Modeunternehmens Timezone, hat auch eine neue Zeitrechnung für das ehemalige Kasernengelände in Brannenburg begonnen.

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Diese U-förmigen Gebäude können nicht erhalten bleiben, aber ihre Struktur wird aufgegriffen.
Zahlreiche Bürger nutzten in der letzten Gemeinderatssitzung die Gelegenheit, sich über das Planungskonzept zu informieren.
Bürgermeister Mathias Lederer zeigte sich sehr zufrieden, dass bereits zwei Jahre nach Abzug der Soldaten ein Investor gefunden und ein zukunftsorientiertes Planungskonzept für die Umgestaltung des Geländes vorgelegt wurde.
Ein erster Schritt ist der Umzug des 1993 gegründeten Unternehmens Timezone nach Brannenburg. Rund 100 Arbeitsplätze werden vor Ort entstehen. Der Umsatz des Unternehmens habe im Jahr 2011 bei rund 32 Millionen Euro gelegen. "Unser Ziel ist es, das 20-jährige Bestehen von Timezone in Brannenburg zu feiern", erklärte Endler. Mit seiner Vision wolle er generationenübegreifend ein ganzheitliches Leben ermöglichen, so der Firmenchef. Zusammen mit seiner Schwester Silvia Endler-Nagel habe er das Konzept entwickelt, das sich nun in der Realität organisch entwickeln soll.
"Wohnen und Arbeiten in der Nachbarschaft" soll auch Motto für ein verkehrsberuhigtes Wohngebiet mit Einfamilien- und Doppelhäusern in Richtung Ortszentrum sein. Kennzeichnend für die Baumaßnahmen sind nach den Planungen ein niedriger Energieverbrauch und die verstärkte Nutzung regenerativer Energien.
Im Bereich Tourismus seien die Planungen noch in der Anfangsphase, so der Unternehmer. Man denke aber an den Umbau und die Erweiterung des Offizierskasinos in Richtung Hotel, Klinik oder Gesundheitszentrum.
Die bisherigen gewerblichen Zwischenmieter auf dem Gelände können dort vorerst bleiben, in Gesprächen will man das Interesse am Kauf von zu erschließenden Gewerbeflächen in Erfahrung bringen. Die Interessen der Gewerbetreibenden sollen dann in der Bauleitplanung und der Realisierung berücksichtigt werden.
Die sogenannten Feldwebelwohnungen seien nicht mehr sanierungsfähig, so Endler und Voß. Im gemeinschaftlichen Austausch wolle man eine Lösung für die Mieter finden.
"Wir haben mit dem Planungskonzept eine Chance, den Zuzug nach Brannenburg zu erhöhen und die Anbindung des Geländes an die Gemeinde zu verbessern", so Bürgermeister Lederer. Insgesamt zeigte er sich dem OVB auf Anfrage gegenüber sehr zufrieden, dass nun ein Unternehmer aus der Region den Zuschlag erhalten habe. Denn nach dem Abzug der Truppen aus der Kaserne im Jahr 2010 und dem Übergang des knapp 20 Hektar umfassenden Geländes vom Verteidigungs- zum Finanzministerium sei er als Bürgermeister und auch die Gemeinde vor einer großen Herausforderung gestanden. Im Mai 2011 habe die Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) Pachtverträge mit etwa 20 Firmen geschlossen.
Nun habe Wolfgang Endler vor zwei weiteren ensthaften Interessenten - einer Investorengruppe aus Rosenheim und einem Familienunternehmen aus Dingolfing - den Zuschlag erhalten. "Ich bin sehr zufrieden, wenngleich die Arbeit jetzt erst beginnt", sagt Lederer. Nun müsse der Gemeinderat mit der Bauleitplanung starten. Rechnen ließe sich langfristig mit 800 bis 1000 Bewohnern auf dem ehemaligen Kasernenareal. Zur notwendigen Infrastruktur sollen auch ein Kindergarten, Läden und Arztpraxen sowie eine gemeinsame Sammelstelle für Interessen, Aktivitäten und Anliegen, die der ganzen Gemeinde offenstehen soll, kommen. Bis 2020 soll laut Endler das Konzept umgesetzt sein, so der Bürgermeister. In der Diskussion kritisierten einige Räte die ihrer Meinung nach zu geringe Fläche für ein Gewerbegebiet. Es sei wichtig, das Gesamtkonzept für Brannenburg zu sehen.
mc/ske/Oberbayerisches Volksblatt
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