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Kletterwand im Behandlungszentrum Aschau führt körperbehinderte Kinder auf neue Wege

Selbstbewusstsein tanken

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Aschau - "Viele unserer kleinen Patienten machen Tag für Tag Übungen mit den Physiotherapeuten. Da ist die Motivation nicht immer groß", erklärt Günter Mayer, Fachdienstleiter am Behandlungszentrum Aschau. Nun gingen Kinder und Mitarbeiter neue Wege - im wahrsten Sinn des Wortes: Sie kletterten.

Rund 40 Kinder mit Lähmungen, Gliedmaßenfehlbildungen, aber auch mit autistischen Symptomen aus den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land trainieren jede Woche zusammen mit speziell ausgebildeten Physiotherapeuten an der 15 Meter hohen alpinen Kletterwand mitten im Foyer des Behandlungszentrums in Aschau. Diese "Hochgebirgslandschaft" bietet drei verschiedene Routen an, die durch farbige Griffe gekennzeichnte sind.

"Das ist eine hervorragende Idee, Kinder in Bewegung zu bringen", sagt Mayer. Natürlich mussten sich die Kinder - je nach Behinderung - langsam an die Wand herangetasten. "Anfangs trauten sich einige nur ein oder zwei Meter hoch zu klettern. Doch allmählich fassten sie Zutrauen zu sich, zu ihren schlummernden Fähigkeiten und entwickelten nicht selten erstaunliches Geschick beim Überwinden der Schwierigkeiten."

Motorik verbessern

Dabei tankten die Kinder und Jugendlichen nicht nur ein enormes Selbstbewusstsein, sondern verbesserten auch ihre motorischen Fähigkeiten, so Mayer.

Durch eine Studie, an der die Kinder teilgenommen hatten, sei auch nachgewiesen worden, dass regelmäßiges Klettern tatsächlich verschiedene Faktoren des Gangbildes bei Kindern mit Zerebralparese (Gehirnlähmung) positiv beeinflusst. An der Studie haben neun Kinder, die vorher noch nie geklettert sind, teilgenommen. Sie übten über einen Zeitraum von sechs Wochen zweimal wöchentlich an der Kletterwand.

"Die Kletterei basierte auf völliger Freiwilligkeit. Die Kinder wurden nicht gezwungen, gegen ihren Willen in die Wand zu steigen", betont der Fachdienstleiter. "Wenn sie Ängste entwickelten, konnten sie jederzeit abbrechen." Gesichert wurden sie von speziell über den Alpenverein ausgebildete Mitarbeiter. Ein Muss waren dabei Klettergürtel und Kletterschuhe. Gekraxelt wurde immer in kleinen Gruppen von vier oder fünf Teilnehmern. "So konnten sie immer die Fortschritte der anderen sehen. Das weckte bei vielen natürlich auch den Ehrgeiz", so Mayer. Einer der Jugendlichen klettert inzwischen sogar auch in seiner Freizeit. ske

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