124.09.09|Rosenheim Land|Rosenheim Land|
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Der Genuss von unendlicher Freiheit, den ein Gleitschirmflieger nach einem Start vom Heuberg am Dienstag hatte, führte nach dessen vermeintlichem Absturz zu einer größer angelegten Suchaktion. Von mehreren Anwohnern im Nußdorfer Ortsteil Labach wurde am späten Nachmittag beobachtet, dass der Gleitschirmflieger nach seinem Start ins Trudeln geraten und plötzlich nicht mehr zu sehen war.

© OVB
Lagebesprechung vor der Suche: Nach 45 Minuten musste der SAR-Hubschrauber wegen Treibstoffmangels den Einsatz abbrechen. Foto steffenhagen
Nußdorf - Dabei vermuteten sie einen Absturz, der aufgrund der Geländebeschaffenheit für den Flieger nicht ohne Schaden ausgegangen sein dürfte. Die alarmierten Einsatzkräfte der Polizei und der Bergwacht Brannenburg leiteten sofort eine Suchaktion nach dem nunmehr vermissten Gleitschirmflieger ein, an der sich auch einige ortskundige Anwohner beteiligten.
Gegen 17.30 Uhr trafen die ersten Rettungskräfte der Bergwacht im Heuberggebiet ein. Wegen der starken Bewaldung und der steilen Hanglage entschied die Einsatzleitung kurzfristig, dass ein Rettungshubschrauber eingesetzt werden soll. Um 18 Uhr traf der SAR-Flieger der Bundeswehr vom Fliegerhorst Penzing in Nußdorf ein und begann mit einem ortskundigen Führer der Bergwacht an Bord die Suche.
Allerdings musste die Aktion bereits nach gut 45 Minuten abgebrochen werden, da zwischenzeitlich die Kraftstoffreserven des Helikopters zur Neige gingen. Eine schnelle Betankung der Maschine war jedoch nicht möglich, da die nächstgelegene einsatzbereite Tankstelle im etwa 70 Kilometer entfernten Traunstein angeflogen und somit der Einsatz aus der Luft zunächst unterbrochen werden musste. Die Hubschraubertankstelle in Rosenheim ist seit einiger Zeit nicht in Betrieb, einen Ersatz gibt es ebenfalls nicht.
Für die Bergwachtmänner, die mit zwei Geländewagen, einem Motorrad, zwölf engagierten Einsatzkräften und einem speziell ausgebildeten Suchhund unterwegs waren, bedeutete das einen herben Rückschlag in ihren Aktivitäten, zumal sich zu diesem Zeitpunkt bereits die Dämmerung einstellte. Ein Umstand, der in kritischen Situationen durchaus Menschenleben kosten kann, wie die Rettungskräfte einhellig bemerkten.
Der Not folgend wurde kurzerhand von der Bundespolizei ein weiterer Hubschrauber vom Typ EC 155 angefordert. Dieser verfügt neben einer Wärmebildkamera auch über Nachtsichtgeräte, so dass bei Dunkelheit weitergesucht werden konnte. Die aus Oberschleißheim stammende Maschine der Fliegstaffel Süd nahm dann, nun bereits in der Dunkelheit, die Suche wieder auf, jedoch - wie sich um 21 Uhr abzeichnete - ohne Erfolg. Vom Gleitschirmflieger gab es keine Spuren zu sehen, so dass die Suche abgebrochen wurde.
Wie das OVB auf Anfrage erfuhr, lagen der Polizei bis gestern keine neuen Erkenntnisse über den Verbleib des Bruchpiloten vor - der sich vermutlich mittlerweile einen neuen Startplatz für sein luftiges Hobby gesucht hat... stv
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