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Bussi-Schorschi Georg Weiß droht wegen Bauschutt-Ablagerungen in Stephanskirchen Prozess

Bauschutt wird Fall für den Kadi

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Stephanskirchen - Neben dem Konflikt wegen des Baus eines Events-Stadels in seiner Heimatgemeinde Schechen, hat „Bussi-Schorschi“ Georg Weiß jetzt auch Ärger in der Gemeinde Stephanskirchen am Hals.

So sah es auf dem in einem Naturschutzgbeiet gelegenen Waldweg kurz nach der Verfüllung im August 2011 aus.

© Duczek

So sah es auf dem in einem Naturschutzgbeiet gelegenen Waldweg kurz nach der Verfüllung im August 2011 aus.

Neben dem Konflikt wegen des Baus eines Events-Stadels in seiner Heimatgemeinde Schechen hat „Bussi-Schorschi“ Georg Weiß jetzt auch Ärger in der Gemeinde Stephanskirchen am Hals. Seiner Firma wird vorgeworfen, einen privaten Waldweg im Naturschutzgebiet mit ungereinigtem Bauschutt verfüllt zu haben. Der Rückbau des Weges lässt zum Bedauern der Kommune aufgrund ausstehender Gerichtsverfahren auf sich warten.

Waldbesitzer Leopold Lucas ist sauer auf Bussi-Schorschi© DuczekWaldbesitzer Leopold Lukas hat die Firma Weiß mit einem Betretungsverbot für sein Grundstück belegt.

Das Ärgernis begann bereits vor neun Jahren: Damals erhielt Waldbesitzer Leopold Lukas aus Stephanskirchen eine Genehmigung der Regierung von Oberbayern für einen Wegebau zu forstlichen Zwecken auf seinem Flurstück in Eitzing. Lukas beauftragte nach eigenen Angaben die Firma Weiß mit der Baumaßnahme, die ihm vom Forstamt empfohlen worden sei. Nach Angaben von Michael Fischer, Pressesprecher des Landratsamtes Rosenheim, gestattete die Obere Naturschutzbehörde nach einem Ortstermin im März 2003 eine Auffüllung mit Dachziegeln sowie gereinigtem Bauschutt. Den Abschluss sollte eine Kiesschicht bilden. Schon damals sei es auch zur Anlieferung von unsortierten Abbruchmaterialien durch die beauftragte Firma Weiß und daraus resultierenden Baueinstellungen gekommen, bedauert Lukas. Fischer bestätigt, dass nach Beschwerden und an die Regierung von Oberbayern geschickten Beweisfotos Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Arbeiten aufgekommen seien. Im März 2004 sei aufgrund von festgestellten Fremdstoffen im Schutt die weitere Ablagerung untersagt worden. Bei einem großen Behördentermin im November des Jahres sei schließlich endgültig beschlossen worden, die Auffüllungen zu belassen, weil ein Herausnehmen des Materials noch größeren Schaden verursachen würde. Ein Weiterbau sei jedoch nicht mehr gestattet worden, so der Pressesprecher.

Im Sommer 2011 fielen einem Anlieger in Eitzing jedoch erneut verdächtige Lkw-Anfahrten ins Naturschutzgebiet auf. Es stellte sich heraus, dass ein abgerissenes Haus aus der Nachbarschaft auf dem Weg verfüllt worden war. Auf einer Länge von 148 Metern und bis zu einer Breite von 2,85 Metern sei auch ungereinigter Bauschutt aufgebracht worden - „ohne Genehmigung und ohne, dass ich darüber informiert worden bin“, betont Lukas. Bereits im Sommer hatte die Untere Naturschutzbehörde auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt, dass bei einem Ortstermin auch Plastik, Metalle, Kabel, Dämmstoffe, Rohre und Leitungen gefunden worden waren. Waldbesitzer Lukas erstattete Anzeige bei der Polizeiinspektion Rosenheim wegen unrechtmäßiger Ablagerung von unsortiertem Bauschutt im Naturschutzgebiet – ebenso wie die Ortsgruppe Riedering/ Stephanskirchen des Bundes Naturschutz.

In einem Zivilrechtsprozess vor dem Landgericht Traunstein sollen demnächst der entstandene Schaden geklärt und die Frage beantwortet werden, wer ihn wie beseitigen soll. Der Gerichtstermin findet jedoch zum Bedauern des Stephanskirchener Gemeinderates erst am 22. Mai 2012 statt. Den Termin bestätigte auf Anfrage die Staatsanwaltschaft in Traunstein.

In öffentlicher Ratssitzung hagelte es im Stephanskirchener Rathaus Kritik an der Tatsache, dass der Weg, der auch um zehn Meter verlängert worden sein soll, bis zum Ende des Gerichtsverfahrens nicht zurückgebaut werden kann. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, in einem Brief an die Untere und Obere Naturschutzbehörde Fristen für eine Beschleunigung des Verfahrens zu setzen. „Wir sind sehr unglücklich darüber, dass die Gerichtsmühlen so langsam mahlen“, brachte Bürgermeister Rainer Auer die Stimmung auf den Punkt.

Der Pressesprecher des Landratsamtes Rosenheim kann die Verärgerung verstehen. Doch der Behörde seien derzeit die Hände gebunden: „Wir müssen den Ausgang der Gerichtsverfahren abwarten.“ Da der Verursacher des Schadens feststehe, müsse auch er aufgefordert werden, den Bauschutt wieder auszubauen sowie den Weg wieder herzustellen. Waldbesitzer Lukas habe der Firma Weiß jedoch Betretungsverbot auf seinem Grund erteilt. „In der jetzigen Situation ist das Vertrauensverhältnis zur Firma Weiß nachhaltig gestört“, nennt Lukas den Grund hierfür.

Georg Weiß will zu dem „schwebenden Verfahren“ offiziell nicht Stellung nehmen. „Ich bin sofort bereit, das Material abzufahren, von mir aus schon morgen; und zwar unabhängig davon, dass die Verschuldensfrage nach wie vor nicht geklärt ist“, bietet der Unternehmer allerdings an. Wenn Waldbesitzer Lukas seine Firma nicht mehr auf das Grundstück lassen wolle, „beauftrage ich halt jemand anderen mit den Arbeiten.“

Lukas hat zwei Firmen aus dem Landkreis um die Abgabe von Kostenvoranschlägen gebeten. Sie liegen nach seinen Angaben zwischen 36.000 und 43.000 Euro.

Gerichtlich zu klären ist jedoch offenbar auch die Frage, wie groß die Menge des zu entfernenden Bauschuttes ist. Lukas hat auch Schäden in seinem Wald durch das Einfahren der schweren Lkw und Bagger durch eine öffentlich bestellte Gutachterin feststellen lassen. Außerdem konnte er nach eigenen Angaben aufgrund des nicht befahrbaren Forstweges die Sturmschäden nach den Unwettern im Sommer 2011 nicht beseitigen.

Der Gesamtschaden, um den es am 22. Mai 2012 beim Landgericht Traunstein geht, wird von ihm mit 49 537 Euro angegeben.

Am kommenden Freitag findet im Rathaus Stephanskirchen ein Runder Tisch mit Bürgermeister Rainer Auer, Waldbesitzer Lukas und seinem Anwalt sowie Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde und des Forstamtes statt. Es soll geklärt werden, ob es möglich ist, die Wiederherstellung mit Rückbau des Waldweges trotz der anhängigen Gerichtsverfahren durchzuführen – eventuell sogar doch durch die Firma Weiß.

„Wichtig ist mir nur eins: dass die Arbeiten anständig gemacht werden und sich der Weg wieder ordnungsgemäß in die Natur einfügt“, sagt Lukas. Darauf hofft auch der Gemeinderat. Denn die betroffenen Flächen liegen in einem sensiblen Moor- und Feuchtgebiet mitten im Naturschutzgebiet „Südufer des Simssees“.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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