Stephanskirchen - Neben dem Konflikt wegen des Baus eines Events-Stadels in seiner Heimatgemeinde Schechen, hat „Bussi-Schorschi“ Georg Weiß jetzt auch Ärger in der Gemeinde Stephanskirchen am Hals.

© Duczek
So sah es auf dem in einem Naturschutzgbeiet gelegenen Waldweg kurz nach der Verfüllung im August 2011 aus.
Neben dem Konflikt wegen des Baus eines Events-Stadels in seiner Heimatgemeinde Schechen hat „Bussi-Schorschi“ Georg Weiß jetzt auch Ärger in der Gemeinde Stephanskirchen am Hals. Seiner Firma wird vorgeworfen, einen privaten Waldweg im Naturschutzgebiet mit ungereinigtem Bauschutt verfüllt zu haben. Der Rückbau des Weges lässt zum Bedauern der Kommune aufgrund ausstehender Gerichtsverfahren auf sich warten.
In einem Zivilrechtsprozess vor dem Landgericht Traunstein sollen demnächst der entstandene Schaden geklärt und die Frage beantwortet werden, wer ihn wie beseitigen soll. Der Gerichtstermin findet jedoch zum Bedauern des Stephanskirchener Gemeinderates erst am 22. Mai 2012 statt. Den Termin bestätigte auf Anfrage die Staatsanwaltschaft in Traunstein.
In öffentlicher Ratssitzung hagelte es im Stephanskirchener Rathaus Kritik an der Tatsache, dass der Weg, der auch um zehn Meter verlängert worden sein soll, bis zum Ende des Gerichtsverfahrens nicht zurückgebaut werden kann. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, in einem Brief an die Untere und Obere Naturschutzbehörde Fristen für eine Beschleunigung des Verfahrens zu setzen. „Wir sind sehr unglücklich darüber, dass die Gerichtsmühlen so langsam mahlen“, brachte Bürgermeister Rainer Auer die Stimmung auf den Punkt.
Georg Weiß will zu dem „schwebenden Verfahren“ offiziell nicht Stellung nehmen. „Ich bin sofort bereit, das Material abzufahren, von mir aus schon morgen; und zwar unabhängig davon, dass die Verschuldensfrage nach wie vor nicht geklärt ist“, bietet der Unternehmer allerdings an. Wenn Waldbesitzer Lukas seine Firma nicht mehr auf das Grundstück lassen wolle, „beauftrage ich halt jemand anderen mit den Arbeiten.“
Lukas hat zwei Firmen aus dem Landkreis um die Abgabe von Kostenvoranschlägen gebeten. Sie liegen nach seinen Angaben zwischen 36.000 und 43.000 Euro.
Gerichtlich zu klären ist jedoch offenbar auch die Frage, wie groß die Menge des zu entfernenden Bauschuttes ist. Lukas hat auch Schäden in seinem Wald durch das Einfahren der schweren Lkw und Bagger durch eine öffentlich bestellte Gutachterin feststellen lassen. Außerdem konnte er nach eigenen Angaben aufgrund des nicht befahrbaren Forstweges die Sturmschäden nach den Unwettern im Sommer 2011 nicht beseitigen.
Der Gesamtschaden, um den es am 22. Mai 2012 beim Landgericht Traunstein geht, wird von ihm mit 49 537 Euro angegeben.
Am kommenden Freitag findet im Rathaus Stephanskirchen ein Runder Tisch mit Bürgermeister Rainer Auer, Waldbesitzer Lukas und seinem Anwalt sowie Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde und des Forstamtes statt. Es soll geklärt werden, ob es möglich ist, die Wiederherstellung mit Rückbau des Waldweges trotz der anhängigen Gerichtsverfahren durchzuführen – eventuell sogar doch durch die Firma Weiß.
„Wichtig ist mir nur eins: dass die Arbeiten anständig gemacht werden und sich der Weg wieder ordnungsgemäß in die Natur einfügt“, sagt Lukas. Darauf hofft auch der Gemeinderat. Denn die betroffenen Flächen liegen in einem sensiblen Moor- und Feuchtgebiet mitten im Naturschutzgebiet „Südufer des Simssees“.
duc/Oberbayerisches Volksblatt
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