Brannenburg - Die notwendige Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Waldbauern und Behörden kam bei der diesjährigen Pflichthege- und Naturschutzschau der Hegeringe 1 (Rosenheim) und 2 (Inntal) in der Wendelsteinhalle immer wieder zur Sprache.

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Recht zufrieden mit der Bilanz des Jagdjahres 2010/2011 waren die Beteiligten.
Thematisiert wurde im Rahmen der Schau, bei der die Trophäen des in den Jagdrevieren erlegten oder verendet gefundenen Schalenwilds gezeigt wurden, auch der Umgang mit dem Wolf im Sudelfeldgebiet. Werner Zwingmann, Vorsitzender der Jägervereinigung Rosenheim, ging auf die durch die Einwanderung eines Wolfes entstehenden Probleme ein. Das Wild werde die Nutzung der Fütterungsstellen reduzieren, was zu vermehrten Verbissschäden in den Wäldern führe. Beim Einbrechen des Wolfes in die Wildgatter seien panikartige Fluchten der Tiere zu erwarten. Landrat Josef Neiderhell hatte zuvor in seinem Grußwort die mangelnde politische Unterstützung kritisiert. Er verwies auf die Handhabung beim Biber, wobei das Landratsamt bei Problemen eine Entnahme aus der Natur vornehmen lassen kann.
"Es geht bloß miteinander", betonte die Landtagsabgeordnete Annemarie Biechl. Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Jägern und Waldbauern sei unverzichtbar. Sie forderte, Vorschläge von beiden Seiten ernst zu nehmen. Die unterschiedlichen Interessen der beiden Gruppen in Verbindung mit Freizeit und Tourismus thematisierte Brannenburgs Bürgermeister Mathias Lederer in seinem Grußwort.
Als insgesamt erfolgreich, aber durch den sinkenden Export in die USA auch schwierig, bezeichnete Stefan Pratsch, Leiter des Forstbetriebs Schliersee, das letzte Jahr. Die Abschusspläne wurden vollständig und frühzeitig erfüllt, betonte Pratsch und erläuterte die Grundsätze der Bewirtschaftung im Forst und das angestrebte Jagdkonzept.
Nicht als Verbiss-, sondern als Vegetationsgutachten solle das forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung bezeichnet werden, betonte Hegeringleiterin Bettina Pan vom Hegering 1. Beim Biber seien den Jägern die Hände gebunden, aufgetretene Schäden sollten immer gemeldet werden. Zum Abschussplan merkte sie an, dass neben 319 erlegten Rehen 87 Stück Fallwild, zum Großteil überfahren, zu verzeichnen waren. Beim nicht im Abschussplan aufgeführten Wild beeindruckten vor allem die über 600 geschossenen Rabenkrähen.
Andreas Hechenberger vom Hegering 2 kritisierte das Geschlechterverhältnis beim Rotwild, das etwa bei 1 (männlich) zu 2,5 (weiblich) liege. Neben der Reduzierung des Bestands sei auch eine Anpassung des Abschussplans erforderlich. Positiv bewertete Hechenberger den seit zwei Jahren zu erbringenden körperlichen Nachweis, da es keine andere Möglichkeit gebe, richtige Zahlen zu erhalten. Die Zahlen der erlegten Tiere verkündete Jagdberater Alois Lechner, die Jagdhornbläser Inntal, die für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten, gaben dazu die jeweiligen Signalrufe. Beim Gams- und beim Rehwild lagen die Zahlen über dem Abschussplan, so Lechner. Insgesamt seien die Wildschäden zurückgegangen.
mc/Oberbayerisches Volksblatt
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