"Bewaffnet" mit Bannern und Bildern versammelten sich rund 70 Protestierende vor dem Landratsamt Rosenheim, um ihren Unmut über das jüngste Gerichtsurteil zur Baugenehmigung eines 35,3 Meter hohen O2-Mobilfunkmastens in Neubeuern im Grenzgebiet zu Raubling deutlich zu machen. Aufgerufen dazu hatte die "Bürgerinitiative Funkbewusstsein". Ihre gesammelten Protest-Unterschriften wurden sie allerdings nicht los.

© OVB
Friedlich aber lautstark machten die rund 70 Protestierenden in der Wittelsbacherstraße auf ihr Anliegen aufmerksam. Foto reischl-zehentbauer
Neubeuern/Rosenheim - Lautstark machten die Neubeurer, Nußdorfer, Thalreiter, Kirchdorfer, Raublinger und Reischenharter Bürger vor dem Landratsamt in der Wittelsbacherstraße auf ihr Anliegen aufmerksam. Die Sorgen und Ängste der Protestierenden vor der Mobilfunkstrahlung widerspiegelte sich auf ihren Plakaten und Transparenten. Missbildungen von tot geborenen Ferkeln, Hinweise auf Unfruchtbarkeit und Krebsrisiko - die Botschaften zeichneten ein düsteres Zukunftsbild.
"Wir verlangen ehrliche Aufklärung und Information. Auch wollen wir, dass die festgeschriebenen Grenzwerte nicht von Lobbyisten der Industrie, sondern von unabhängigen Ärzten und Biologen definiert werden. Wir fordern den Baustopp neuer Sendemasten und wehren uns gegen das Aufrüsten bestehender Funkanlagen in Neubeuern und anderen Gemeinden", betonte Christiane von Festenberg, Sprecherin der "Bürgerinitiative Funkbewusstsein (BF)".
Mitgebracht hatte Rupert Schneider, Gründer der "Bürgerinitiative Funkbewusstsein", ein geschnürtes Paket von rund 2000 Unterschriften gegen die Errichtung des strahlenden Turms. "In nur drei Tagen stießen wir auf eine große Zahl von Unterstützern, die aber bei weitem noch nicht die Repräsentanz unserer Mitstreiter aufzeigen", bekräftigte Schneider. Besonders beunruhigend sei die Nähe des Funkmasten zu Wohngebäuden. "Während wir versuchen, die Entscheidungsträger aufzuklären, damit diese verantwortungsvolle Beschlüsse fassen können, haben wir Anhaltspunkte dafür, dass bereits weitere Betreiber auf Standortsuche im Inntal sind", gab Schneider zu bedenken.
Einerseits sorgte die kurzfristig organisierte Protestaktion bei Passanten und Verkehrsteilnehmern für große Aufmerksamkeit. Wenig Beachtung fand sie allerdings bei den Mitarbeitern des Landratsamtes. Diese ließen sich weder durch die Kundgebungsrede noch durch deren musikalische Untermalung aus ihrer Arbeit reißen. Und auch die Unterschriftenliste fand in der Behörde keine Abnehmer... rep
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