Riedering - Viele unterschiedliche Themen sprach Bürgermeister Josef Häusler bei der Bürgerversammlung in Riedering an. Einen besonders breiten Raum nahmen die schweren Unwetter des Jahres 2011 ein.

© jre
Die geplante Ampel-Regelung im Kreuzungsbereich von Riedering stieß auch in der Bürgerversammlung wieder auf Kritik.
Die unzähligen Schäden, die dabei entstanden, beschäftigen die Gemeinde laut Häusler nach wie vor.
Ob im Hoch- oder Tiefbau: Die Beseitigung der Schäden forderten in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 einen Großteil der Arbeitszeit der Gemeinde-Bediensteten, so Häusler. Fakt sei, das noch längst nicht alle Auswirkungen der Stürme beseitigt seien. "Die Schäden würden auch in diesem Jahr die Arbeit der Bauverwaltung im Rathaus und des Bauhofs noch vielfach mitbestimmen", so Häusler.
Besonders arg getroffen habe es den Kindergarten in Söllhuben. Die Kellerräume könnten bis heute nicht genutzt werden. Das Gemeindeoberhaupt schätzte die Kosten für die Instandsetzung auf rund 150000 Euro. Alles in allem würden der Gemeinde die Sturmschäden an den eigenen Gebäuden aus heutiger Sicht etwa 250000 Euro kosten.
Seit den Unwettern plagt viele Riederinger Bürger noch mehr als zuvor die Angst vor Hochwasser. Aufmerksam verfolgten die Zuhörer der Bürgerversammlung im vollbesetzten Saal des Gasthauses "Alter Wirt" darum die Ausführungen von Dr. Hadumar Roch vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim und von Gilbert Schober vom Planungsbüro "Steinbacher Consult", das sich auf Hochwasserschutz spezialisiert hat.
Der Seespiegel des Simssees befindet sich seit einiger Zeit auf hohem Stand. Das bereitet vielen Anwohnern Sorgen. Dr. Roch erklärte, wie es zu einer derartigen Entwicklung kommt und welche Maßnahmen man zur Regulierung treffen könnte. Einige Arbeiten habe man bereits durchgeführt. So seien bereits Kies aus der Sims entnommen und Sturzbäume entfernt worden. Weitere Arbeiten seien vorerst wegen des Bodenfrostes nicht möglich.
Gilbert Schober sprach über den Planungsstand für den Hochwasserschutz Rothbach. Er erläuterte mehrere Standortmöglichkeiten für Rückhaltebecken im Gemeinde-Gebiet. Wann genau mit der Realisierung dieser Maßnahme begonnen werden kann, steht derzeit noch nicht genau fest. Bürgermeister Josef Häusler zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich dieser Hochwasserschutz innerhalb von zwei bis drei Jahren realisieren lässt.
Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats sorgte die namentliche Nennung von einigen Gemeindebürgern durch Gemeinde-Geschäftsleiter Franz Xaver Kratzer für Ärger (wir berichteten). In der Bürgerversammlung äußerten nun Mitglieder der Interessengemeinschaft Daxlberg erneut ihre Kritik an dieser Vorgehensweise. Häusler wiederholte daraufhin noch einmal seine Meinung zu dem Thema.
Ein nicht enden wollendes Problem stellt die mit vielen Mängeln behaftete Baustelle in Kohlstatt für die Gemeinde dar. Der Streit mit der dafür beauftragten Baufirma geht weiter. "Für mich hat es Priorität, diese Elendssache zur Zufriedenheit der Betroffenen sowie für die Gemeinde kostenneutral zu Ende zu bringen", sagte der Bürgermeister zu diesem Problem.
Ein gutes Wirtschaften bescheinigte der Gemeinde der Finanzbericht für das Jahr 2011 von Franz Xaver Kratzer. Das Haushaltsvolumen belaufe sich auf rund 9,11 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege aktuell bei 193 Euro. Viele vergleichbare Gemeinden würden im Durchschnitt einen Schuldenstand von 746 Euro pro Einwohner aufweisen. Kratzer warnte trotz guter Zahlen vor "allzu großen Sprüngen in der Zukunft".
Aufgrund der Unwetterschäden würde sich die Erstellung des Haushaltsplans für das Jahr 2012 zeitlich etwas verzögern: "Die vorläufigen Zahlen lassen auf einen Rekordhaushalt schließen."
Zum Abschluss gab Bürgermeister Häusler eine Vorausschau auf die geplanten Tätigkeiten der Gemeinde in den kommenden Monaten. Derzeit werde ermittelt, ob das Verwaltungsgebäude in Bezug auf "Barrierefreiheit" verbessert werden könnte. Für den Straßenbau wolle er etwa 300000 Euro in den Haushalt 2012 einplanen. Die Nachfrage nach Einheimischen-Bauland sei nach wie vor groß: "Die Verantwortung des Gemeinderats besteht hier darin" mit den entsprechenden Entscheidungen dafür zu sorgen, dass unsere Gemeindebürger in der Gemeinde bleiben können".
Weiter einsetzen will sich Riederings Bürgermeister auch für einen flächendeckenden Ausbau des DSL: "Die Politik muss dafür schnell die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen", sagte er.
wu
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