"Guitarrissimo!" beim "Saitensprünge"-FestivalWenn die Finger brennen
117.11.09|KulturFacebook
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Grandiose Höreindrücke aus den unterschiedlichsten Genres gab es beim "Guitarrissimo-Abend" im Rahmen des Gitarrenfestivals "Saitensprünge" im Kurhaus Bad Aibling. Vier dank ihres individuellen Stils einzigartige Solokünstler und eine nicht minder ansprechende Gitarren-Formation hatten in einem rund vierstündigen Konzert alles dafür getan, die variantenreichen Facetten der Gitarre zum Schillern zu bringen.

© OVB
Ein flottes Gitarrenquartett: die Damen von "4-tissimo". Foto kraus
Zunächst erklang die angenehm warme, soulig angehauchte Stimme des Gitarristen der preisgekrönten deutschen Musikgruppe "Söhne Mannheims", Michael "Kosho" Koschorreck. Stimme und Instrument des sympathischen Songwriters verschmolzen bei seinen teilweise an Bach orientierten Eigenkompositionen zu einer Einheit und boten ein emotionsgeladenes Potpourri mit Tiefgang.
Mit einer besonderen Premiere wartete Paulo Amorim auf. Der portugiesische Konzertgitarrist spielte in Bad Aibling zum ersten Mal öffentlich auf seiner "neuen" 100-jährigen Hermann Hauser-Gitarre, die er erst an diesem Tag in München erstanden hatte. Amorims "Two pictures from Venezuela" waren von anmutiger Schlichtheit und konspirativer Innerlichkeit. Seine Finger glitten im dynamischen Auf- und Abtrieb geschwind über die Saiten, als wären Meister und Meisterstück geradezu füreinander geschaffen.
Als "abwechslungsreichen Kontrast zu den rein klassischen Gefilden" kündigte der künstlerische Festivalleiter und Moderator, Johannes Erkes, das flotte Gitarrenquartett "4-tissimo" an. Und damit hatte er nicht zu viel versprochen, denn Dimitri Illarionov, Nadja Kossinskaja, Yuliya Lonskaya und Oksana Shelyazhenko warfen sich im unermüdlichen Wechselspiel glühende Tonballen zu und vergnügten sich mit heißblütigen, stets in der Steigerung begriffenen Rhythmen. Als Utensilien für ihre spannenden Klangexperimente dienten dem Quartett eine Kerze im Glas oder sogar ein echter Säbel.
Viel weiblichen Charme versprühte im Anschluss daran die klassische Konzertgitarristin Leva Baltmiskyte, die über eine einfühlsame Musikerseele sowie eine virtuose Technik verfügt.
"Hi", hauchte schließlich der in München lebende Amerikaner Zane Charron beim Betreten der Bühne ganz schlicht und nüchtern in das Mikrofon. Diese lässig-coole Art prägte den gesamten Auftritt, der sich als bunter Mix aus Folk, Jazz, Blues und Country beschreiben lässt. Mit seiner angenehmen Naturstimme interpretierte Charron Songs wie "House in New Orleans" auf seine ganz eigene Art und beruhigte bei rasanten Passagen sein Publikum: "Wenn meine Finger anfangen zu brennen, dann ist das ganz normal".
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