1979, bei einem Konzert an der Regensburger Uni, hat Michael Schwarz "The Blues Band" zum ersten Mal live erlebt. Seitdem lässt ihn die Musik von Paul Jones & Co. nicht mehr los - auch wenn in all den Jahren beileibe nicht alles Gold war, was glänzte. "In den 90ern war es zeitweise eine Katastrophe. Nicht zum Anhören", erinnert sich der Rosenheimer. Doch am Freitagabend, im Mühldorfer Haberkasten, war endgültig alles vergeben und vergessen: "So viel Gefühl wie heute hatten sie noch nie", brachte es Schwarz auf den Punkt.

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Schon sein Spiel auf der Blues-Harp war das Eintrittsgeld wert: Paul Jones. Foto ha
Was auch daran lag, dass "The Blues Band" die "schrecklichen 90er" komplett im Schrank ließ. Dafür packte das Quintett in den 120 Minuten jede Menge feinen Rhythm and Blues aus: Ein paar Klassiker - von Fats Domino über John Lee Hooker bis hin zu Muddy Waters - kombiniert mit Stücken aus der frühen Bandgeschichte und einer gesunden Portion aus dem neuen Album "Few short lines".
Mit ihm treten die fünf einmal mehr den Beweis an, dass guter Blues nicht zwangsläufig aus dem Mississippi-Delta kommen muss. Seit über 30 Jahren verfolgt die Band dieses Ziel, außer dem Wechsel am Schlagzeug - 1982 übernahm Rob Townsend für Hughie Flint - tritt sie bis heute in Originalbesetzung auf: mit Gary Fletcher am Bass, Tom McGuiness und Dave Kelly an den Gitarren und natürlich dem großartigen Paul Jones an der Blues-Harp. Schon sein Mundharmonikaspiel ist das Eintrittsgeld wert, neben Kelly's Slide-Gitarre drückt es dem Sound der "Blues Band" den Stempel auf.
Für Abwechslung ist bei Auftritten der "Blues Band" ohnehin gesorgt, denn das Rampenlicht gehört nun einmal nicht Paul Jones alleine: mit Ausnahme von Schlagzeuger Townsend tritt jeder mal ans Mikrofon. Schon die Tatsache, dass neben Paul Jones auch Tom McGuinness und Gary Fletcher komponieren und arrangieren, macht die Geschichte interessant - und alles andere als eintönig.
Die Höhepunkte? Ein neuer und ein alter Song: das mehrstimmige "Suddenly I like it" bekommt zu Recht genauso viel Applaus wie das Dylan-Cover "Maggie's Farm", dem Paul Jones augenzwinkernd kurzerhand einen neuen Refrain verpasst: "I ain't gonna work on Merkel's farm no more."
Nicht nur deshalb hinterlässt "The Blues Band" im Haberkasten einen äußerst sympathischen Eindruck - inklusive einer ausführlichen Autogrammstunde nach zwei Zugaben. Bei dieser Gelegenheit plauderte auch der Rosenheimer Michael Schwarz ein paar Sätze mit Paul Jones - über den Auftritt einst in Regensburg und den gelungenen Abend in Mühldorf.



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