"Die jungen Musiker sind heute viel besser als früher. Die spielen einen an die Wand", sagt Manfred Lenz, Geschäftsführer der Musikinitiative Rosenheim (MIR), der seit Jahrzehnten auch als Schlagzeuger und Jazzsänger in der regionalen Szene bekannt ist. Lenz leitet seit der Gründung vor 22 Jahren die MIR. Bei einem Pressegespräch stellte er die Arbeit der Musikinitiative vor und gab einen Ausblick auf das neue Jahr.

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MIR-Geschäftsführer Manfred Lenz ist als auch Jazz-Sänger in der regionalen Musikszene selbst aktiv. Foto fkn
Lenz ist stolz, dass es die MIR immer noch gibt und dass sie so erfolgreich ist. "Die Musikszene in Stadt und Landkreis Rosenheim hat keine Nachwuchssorgen. Es kommen jedes Jahr neue Bands hinzu, die immer besser werden", so der MIR-Geschäftsführer. Er führt dies auch auf die Arbeit der Musikinitiative als solidarische Interessengemeinschaft zurück. "Gemeinsam erreicht man mehr bei Politik und Medien", ist er überzeugt. Derzeit habe die MIR 180 Einzelmitglieder, davon sind 15 Fördermitglieder wie die prominentesten Konstantin Wecker und Werner Schmidbauer. Ehrenmitglieder sind unter anderem Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und Landrat Josef Neiderhell. Laut Lenz repräsentieren die Mitglieder etwa 150 Bands.
Wie in vergangenem Jahr sind heuer die musikalischen Höhepunkte des Vereins die Bandwettbewerbe "Simply the rest" am 24. März mit vier Bands mit einem Durchschnittsalter über 30 und "Simply the best" am 26. Mai mit acht jüngeren Bands jeweils in der Rosenheimer Hammerhalle. Sie werden in Zusammenarbeit mit dem Kreiskulturreferat veranstaltet. Ein Newcomer-Festival für vier Bands mit Musikern unter 23 Jahren wird das "Deichhobbe-Festival" im November sein.
Doch Lenz und die Musikinitiative organisieren nicht nur Konzerte. "Zweimal im Jahr veranstalten wir einen Musikerflohmarkt in der Rosenheimer Vetternwirtschaft, aber auch Kurse für Organisatorisches, zu Gemafragen und Bandmanagement. Jeden Monat gibt es die MIR-News über Internet an alle Mitglieder und Interessierte mit Mitteilungen zum Beispiel über Auftrittsmöglichkeiten", zählt er die weiteren Aktivitäten auf.
Seit zwei Jahren macht Lenz eine neue Aktion unter dem Motto "Mir goes school". "Ich besuche die weiterführenden Schulen und Berufschulen im Landkreis und stelle die MIR und ihre Arbeit vor. Da kommen immer fünf bis 15 interessierte Schüler", erzählt der MIR-Geschäftsführer. Er mache das, "damit die Jungen das Rad nicht neu erfinden müssen".
Besonders wichtig für die Mitglieder und auch für Veranstalter ist die Musikerdatei der MIR. Lenz: "Wir haben darin etwa 1700 Namen. Musiker und Bands können wir an Veranstalter vermitteln. Man kann aber dadurch auch Musiker für seine eigene Band finden".
Manfred Lenz freut sich, wenn er die Bandszene in Stadt und Landkreis betrachtet. "Die stilistische Vielfalt ist größer geworden. Früher war es oft nur Punk und Hardrock, jetzt ist auch Jazz und Blues dabei. Ein Loch haben wir nur noch beim Reggae", erzählt Lenz. Jetzt gebe es auch immer wieder Bläser in den Bands. Die guten Talente kämen aus den guten Blaskapellen der Region. "Die wollen halt auch mal was anderes spielen", meint Lenz. Die Anzahl der Musiker wachse ständig. "Die Bands schießen wie Pilze aus dem Boden. Die Szene lebt, das ist schön." Dass die Musiker heute auch besser seien also noch vor einigen Jahren, liege am steigenden Wohlstand und damit an der besseren musikalischen Ausbildung. "Wir haben eine breite Basis und eine breite Spitze", sagt der MIR-Geschäftsführer.
Aber Lenz sieht auch ein Manko. Noch seien die Stile zu getrennt. Es gebe Schwellenängste bei den Rockmusikern, Jazzern und Bluesern, aber auch bei den Amateuren und Profis. Deshalb plädiert er an die Musiker für ein größeres Miteinander. rf



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