"Welch wundervoller Klang / ich gebe mich hin / (...) werde eins / mit dem ewigen Atem / der in der Musik / die Seele / mit dem Körper / verbindet." Diese programmatischen Zeilen stehen neben den Abbildungen des Tränenbrunnens von Bachtschyssaraj auf dem Cover der Compactdisc "Into the Deep", welche die aus Erding stammende Geigerin und Komponistin Martina Eisenreich zusammen mit dem Akkordeonspieler Andreas Hinterseher, bekannt von der Gruppe "Quadro Nuevo", aufgenommen hat.

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Martina Eisenreich und Andreas Hinterseher haben eine neue CD aufgenommen. Foto : re
Um seelische Tiefe geht es dem Duo und einigen Gastmusikern bei allen 13 Stücken der CD, weshalb eine melancholische, manchmal fast schwermütige Stimmung überwiegt und vielgestaltige Klanglandschaften entstehen. So bilden die vielen meditativen Passagen und feinen Klangschattierungen auch eine besinnliche Gegenwelt zum stupiden Lärmterror heutiger Konsum-Musik.
Selbstredend, dass die Musiker die verschiedenen Nummern virtuos interpretieren. Eisenreich lässt ihre Violine eindringlich singen, schmachten, im Pizzicato tanzen und im Flageolett sirren, während Hinterseher zwischen dichten Akkorden und waghalsigen Läufen wechselt, wobei die beiden sich stets ergänzen und gegenseitig melodische Bälle zuspielen.
Mit ihrer Filmmusik öffnet die Geigerin Tore zu melancholischen Traumlandschaften und lässt zauberhafte Bilder im Kopf entstehen. Durch das einfühlsame und filigrane Zusammenspiel von Violine, Akkordeon, Harfe und Kalimba - auch "Daumenklavier" genannt - entsteht beispielsweise im Titelstück "Into the Deep" ein subtil strukturiertes Klanggewebe. Die Harfe spielt dabei Kiko Pedroza, die Kalimba zupft der Perkussionist Wolfgang Lohmeier, der auch auf anderen Aufnahmen der CD mitwirkt.
Aber auch Stücke anderer Komponisten werden vorgestellt, wie Aram Khachaturians Adagio aus dem Ballett "Spartacus", das der englischen Fernsehserie "Die Onedin-Linie" als Filmmusik gedient hat, oder Michel Legrands Lied "Papa can you hear me" aus dem Film "Yentl", der die Welt des Ostjudentums thematisiert. Aus dem Film "Traummusik" stammt Ernst Kreuders langsam swingende Melodie "Du gehst durch all meine Träume", deren Tempo in Spencer Williams Jazzstandard "Ive Found a new Baby" aufgegriffen wird, bevor das Duo dann doppelt so schnell im Stil von Django Reinhardt und Stéphane Grappelli virtuos swingend improvisiert.
Das grandiose Finale der CD bildet Eisenreichs zehnminütige Komposition aus dem surrealen Film "Nimmermeer", unterstützt von den Filmorchestern Babelsberg und Zilina sowie den Gastmusikern Christoph Müller an der Gitarre und Mulo Francel an der Bassklarinette. Klangliche Raffinesse und eine farbige Harmonik zaubern hier noch einmal eine magische Welt.
Martina Eisenreich & Andreas Hinterseher: "Into the Deep". FM 162-2. GLM Music GmbH.



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