022.03.11|Kultur|Kultur|
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Es ist schon interessant, auch ein bisschen schmerzlich, zu erleben, wie ein Idol verblasst. Vor 31 Jahren wurde er bekannt durch seinen "Zither Rock'n'Roll"; damals, auch vor zwanzig Jahren noch, war das eine Sensation, aber auch ein Skandal für die "eingefleischten Zitherer". Was am Zither-Manä heute noch gefällt und fasziniert, ist die ehrliche, unkomplizierte Art, wie er mit seinem Publikum umgeht, ist seine kerngesunde Einstellung zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen.

© OVB
Ansteckende Fröhlichkeit verbreitete der Zither Manä mit seinen Geschichten und seiner Musik. Foto Kaiser
Seine "Eigen-Conférence" sprach die Zuhörer im kleinen Kursaal Prien spontan an und brachte sie zum Lachen, als er meinte: "28 Jahre habe ich gegen den Karl Moik gekämpft - und jetzt tut er mir leid: Den Nachfolger hat er nicht verdient." Köstlich auch seine "Pläschl-Saltos" à la "s'Bsteck z'spat b'sellt": "Zenzi, zahln, Zeit zum Zug"; "da will i wohl daweil a Wollnas tragn...". Und er hängte gleich das Couplet vom Kraudn-Sepp an: "Fünf Minuten später" und ("Zuagricht - hergricht - higricht") das Lied über den Kneissl Mathias, bei dem die letzten Strophen schon "leicht angebluest" waren.
Seine Melodien zu "Ois vasamt" nach einem Ringseis-Text oder zur gar traurigen Ballade "Nimm mi mit" kamen gut rüber. "Es war amoi a Weiher - es is nix, wias war" (Text von Helmut Eckl) spielte und sang er im Gedenken an Sepp Daxenberger. Zum "Nachwirkenlassen" brachte er das "Marienmenuett" der Schönauer Musikanten, das einzige Original des Abends - schön!
Eine instrumental vorgetragene Nummer von Pink Floyd ließ aufhorchen, doch sein Umgang mit Rock- und Popstandards ("O Carol" von Chuck Berry, "d' Mary vom oidn Moor" nach Johnny Cash oder "Cry to me" vom Jager Miche - wer das wohl ist?) war schon sehr "egovertiert". Alles, auch sein vor 31 Jahren komponierter "Landler in G-Dur", mündete letztlich in stereotype Abfolgen. Vielleicht ist die Zither auf die Dauer doch nicht das Idealinstrument für Rock und Blues, auch wenn der Manä meinte, "do is scho manche da Gamsbart obagfoin". Das Publikum reagierte auf diese Programmteile nicht gerade emphatisch.
Es interessierte sich lieber für Manäs spitze, aggressive und zeitnahe Reihe von "Gstanzl im Bluesrhythmus" mit Versen vom Roider-Jackl, Kraudn-Sepp und unter anderem auch vom Manä selber. Es zeigte sich betroffen über wendige Zitate deutscher Politiker zur Atomkraft zwischen Tschernobyl und gestern. Auch Manäs berühmt-berüchtigte Grab- und Marterlsprüche schlugen ein: "Hier liegt Andreas Hut - der Frau und den Kindern tuts gut."
Stark waren seine Einlagen auf dem "Fotzhobel" (Mundharmonika). Zum "snap your fingers" der Zuhörer spielte er sein Instrument solo oder improvisierte vokal. Das Beste war der "Sonny Boy Blues", bei dem er nur mit Mundharmonika, Stimme und Mikro bei einem Rundgang um den Saal sein Publikum in den Bann zog.
Landler und Blues aus den Südstaaten? Na klar: "Der Blues gehört den echten Schwarzen aus den Südstaaten der USA, der Landler kommt von den Schwarzen aus den Südstaaten Deutschlands...".

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