Zeitgenössische Kompositionen und Klassiker rund um die Seefahrt spielte die Stadtkapelle Wasserburg zum traditionellen Herbstkonzert. Zackige Marinemärsche, wohlklingende Suiten und eine bewegene Komposition für Schauspiel und Blasorchester trafen dabei genau den Publikumsgeschmack.

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Jörg Herwegh als vom Hass zerfressener Kapitän Ahab auf der Jagd nach Moby Dick. Foto Stadtkapelle
Konzertante Blasmusik mit modernen Arrangements sind das Markenzeichen der Stadtkapelle Wasserburg. Statt ihr Programm nur einfach abzuspielen, finden die Jugendkapelle und das Erwachsenenorchester immer wieder neue Wege, um ihr Publikum zu begeistern. Dabei scheint das Erfolgsrezept eigentlich ganz leicht: Hochkonzentrierte Musikerinnen und Musiker, die ihre Instrumente beherrschen und ein Dirigent, der das Publikum nicht nur musikalisch für sich gewinnt. Unaufgeregt und heiter traf Orchesterleiter Michael Kummer genau die richtigen verbalen Zwischentöne und sorgte so für brillantes Infotainment zu den Kompositionen.
Wie sehr sich Nachwuchsarbeit lohnt, zeigte die von Georg Auer dirigierte, respektable Bläserjugend, die dem Publikum musikalische Willkommensgrüße entgegenbrachte. Anker auf und Leinen los! Das Jugendorchester eröffnete mit "Gruß an Kiel", ein Marinemarsch des sächsischen Armeemusikers Friedrich Spohr von 1864. Alfred Bösendorfers "Kap Arkona" brachte dann ein pittoreskes Bild der Insel Rügen zu Gehör. Die Schönheit der Kreidefelsen, romantische Häfen und Allegro vivo-Pirat Klaus Störtebecker standen im Mittelpunkt des zeitgenössischen Stücks. Bösendorfer heißt eigentlich Kees Vlak. Seine Kompositionen aber verfasst der niederländische Musiker gerne unter einem Pseudonym.
Schließlich übernahm das Erwachsenenorchester mit der viersätzigen "English Folk Song Suite" von Ralph Vaughan William das Ruder. Zu "Anchors Aweigh" wurde der Anker gelichtet und es ging auf große Fahrt. Eigentlich hatte Charles Zimmermann das Stück im Jahr 1906 als Eröffnungskomposition für Football-Spiele geschrieben. Doch mittlerweile ist der Marsch derart populär, dass er elementarer Bestandteil vieler Hafenkonzerte ist und von der US Navy sogar zur inoffiziellen Hymne auserkoren wurde.



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