220.11.09|Kultur|Kultur|
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Der Münchner Konstantin Wecker (62) ist Texter, Sänger, Pianist, Komponist und auch immer wieder einmal Schauspieler. Mit seiner Musik und seinen Texten will er aufrütteln: Mit Liedern wie "Genug ist nicht genug" und "Willy" gelingen ihm Chansons, die Poesie und Politik miteinander verbinden. Nächste Woche kommt er nach Rosenheim.

© OVB
Konstantin Wecker Foto Fkn
n Herr Wecker, am Mittwoch, 25. November, um 20 Uhr kommen Sie mit Ihrem Konzert "Liebesflug: Stürmische Zeiten, mein Schatz" ins Kultur- und Kongresszentrum nach Rosenheim. Wo begann diese Tournee?
Das ist eine Wiederaufnahme nach einem halben Jahr und sie fand vor drei Tagen in der Philharmonie in Berlin statt.
n Wie wurde Ihr Konzert dort aufgenommen?
Das Konzert war ausverkauft und die Stimmung grandios. Nach dreistündigem Programm gab es tollem riesigen Applaus von 3000 Besuchern.
n Das Thema "Stürmische Zeiten, mein Schatz" bezieht sich das ausschließlich auf die Liebe, oder umspannt es auch anderes wie Politik, Gesellschaft?
Das ist bei mir unvermeidlich. Die Liebe ist ja durchaus ein Politikum. Das Programm ist ein Streifzug durch die Liebe in vielen Dimensionen und auch mit vielen alten Liebesliedern. Und einen Song schrieb ich auf unseren feschen aalglatten Verteidigungsminister zu Guttenberg. Der ging doch in Rosenheim aufs Gymnasium?
n Wie Herr Stoiber!
Ja, stimmt!
n Wer begleitet Sie musikalisch bei Ihrem Konzert?
Das ist auch etwas Neues: das Linzer Streichquartett. Bereits vor 30 Jahren war ein Cello in meiner Band dabei. Streicher können eben Liebeslieder ganz besonders "unterstreichen" Die vier Herren sehen aus wie Hardrocker und können bestens improvisieren und rocken.
n Als Sie vor 30 Jahren das erste Mal in Rosenheim spielten, im damaligen Kolpingshaus, gingen wir nachher zusammen in eine benachbarte Jazzkneipe und Sie sagten: "Für die Münchner Schickeria spiel ich jetzt nimmer". Erinnern Sie sich noch an diese Zeiten?
Damals hatte ich zuvor mehr Barmusik gemacht und damit hörte ich restlos auf, als ich meine eigenen Lieder komponierte.
n Die Gewichtsschwankungen von früher gehören auch der Vergangenheit an?
Ich fühl mich heute besser als vor zehn Jahren.
n Die Musikinitiative Rosenheim feierte gerade ihr 20-jähriges Bestehen. Sie waren Mitglied, haben Sie noch Verbindung?
Sie haben mir noch eine Zeitlang Informationen geschickt. Ich bin aber wohl nicht mehr dabei.
n Sie wohnten einige Zeit in Flintsbach. Wie lange ist das her?
Das war von 1996 bis 1998. Mir hat es da sehr gut gefallen. Ich mag das Land und ging gern auf die Berge. An den Erler Wind erinnere ich mich auch. Meine Frau aber wollte wieder in die Stadt. Mit einem Musiker von der Gegend war ich befreundet, der ging später auch nach München.
n Sie waren und sind häufiger Gast in Rosenheim mit Ihren Konzerten, ob mit Band oder im Soloprogramm. Haben Sie hier noch freundschaftliche Kontakte?
Zu der Irmi aus Kolbermoor, einer Lehrerin.
n Ist der Wecker von früher innerlich ein anderer geworden? Weniger kämpferisch, gelassener ?
Überhaupt nicht! Ich ärgere mich noch mehr und hab einen gerechten Zorn auf die Politik.
n Wieviel Basis gibt Ihnen Ihre Familie?
Ich bin ja die meiste Zeit unterwegs. Aber die bayrischen Ferien verbringe ich immer mit meinen Buben, die sind jetzt zehn und 13 Jahre alt.
n Die Rente mit 67 ist wohl kein Thema für Sie ?
Nein, natürlich nicht. Ich könnt mir das auch gar nicht leisten. Der Staat bezahlt mich nicht!
n Dann erst mal vielen Dank für das Gespräch und bis zum Mittwoch in Rosenheim.
Interview: Margrit Jacobi

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