022.07.10|Kultur
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Das muss man dem Edelweißtheater Bad Feilnbach erst einmal nachmachen: Sage und schreibe zehn Vorstellungen für die Neuproduktion anberaumen und diese dann jedes Mal vor ausverkauftem Haus spielen! Mit Gerhard Loews Kleinhäusler-

© OVB
Nur Kesselflicker Pasolini (Martin Stadler) schenkt Maria (Katharina Reiter) Glauben. Foto Hinterberger
Kolbs sechs Schauspieler brachten die ausweglose Situation der kleinen Leute, der Grattler, gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit viel Gespür und inniglichem darstellerischem Einfühlungsvermögen dar. Ein besonderes Lob muss ihnen auch für ihre reife, souveräne Interpretation der wunderbar in das Gesamtgeschehen integrierten Musiknummern aus der Feder von Komponist Peter Michael ausgesprochen werden. So hatten der musikalische Leiter Konrad Kriechbaumer und die Gesangstrainerin Heide Hauser gemeinsam mit ihren Darstellern feinfühlig den jeweiligen Charakter der ansprechenden Nummern herausgearbeitet:
Katharina Reiter eröffnete dem Zuschauer in der Ballade "De Liab de wachst ned auf de Baam drobn" sehr überzeugend und stimmsicher das eigentlich sehr zarte Innenleben der kessen Maria, die nichts für Viehhändler Oarstocker empfinden kann. Diesem verlieh Sepp Dostthaler seinerseits auf gelungene Art und Weise markante, männlich-
Bei Stephan Müller war diese sensible Ader in der Rolle des leidgeplagten Kleinhäuslers Fischlechner passender Weise besonders ausgeprägt. Vor allem sein von der "Grattlermusi" (Piano, Trompete, Klarinette, Schlagzeug, Gitarre, Flöte, Violine und Bass) facettenreich begleitetes Lied "Wos is denn scho a weiße Henna" ging sehr zu Herzen. Barbara Kolb verkörperte ebenso gelungen seine betrübte Gattin, die ihre Tränen der Trauer in dem Lied "Zwiefe, Zwiefe, woan mi o" mit aller Macht zu unterdrücken versucht.
Für die humoristische Komponente sorgte Martin Stadler, der als Kesselflicker Pasolini mit herrlichem Zigeuner-
Im lebendigen Dialog mit seinem widrigen Gegenspieler, dem Forstverwalter Stanzlinger (energisch und elegant von Hubert Dostthaler dargestellt), ergaben sich viele ausdrucksstarke Momente.
Besonders die Gratwanderung des Miteinanders von Schauspiel und Musik außerhalb der großen Welt der Oper oder Operette meisterte das Edelweißtheater vorzüglich, indem es sein Hauptaugenmerk stets auf die passende emotionale Intention legte und Natürlichkeit sowie Authentizität einen hohen Stellenwert zuschrieb.