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EinzigeKonstante ist die Veränderung

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- Am Dienstag, 7. Juli, kommen BAP im Rahmen des Mühldorfer Sommerfestivals in den Haberkasten-Innenhof. Im Interview spricht Urgestein Wolfgang Niedecken über seine Band, das Alter und was es in Mühldorf zu hören gibt.

n Sie kommen gerade aus Afrika, von einem der Hilfsprojekte der Welthungerhilfe, das Sie unterstützen. Bleibt bei so viel sozialem Engagement noch genügend Zeit für die Musik?

Das lässt sich zum Glück sehr gut vereinbaren. Meine Mitarbeiter und die Mitglieder meiner Band haben längst gemerkt, wie ernst ich es meine, und unterstützen mich, wo es geht. Das wird von allen genauso wichtig genommen wie die Tourplanung oder die Studiotermine.

n Soziales Engagement und BAP gehörten immer zusammen: Sie haben auf Friedensfesten gespielt, mit "Nackt im Wind" auf die Hungersnot in Afrika aufmerksam gemacht, sind gegen Rassismus auf die Bühne gegangen. Und das zu einer Zeit, als derartige Projekte bei weitem nicht so populär und verbreitet im Musikzirkus waren wie heute. Wie kommt das?

Ich war von frühester Jugend an ein politisch interessierter Mensch. Und mir war immer klar, dass diese Themen zu unserem Alltag gehören. Dem kann man sich nicht verschließen. Und irgendwann lässt sich das natürlich nicht mehr voneinander trennen. Wenn ich Songs schreibe, dann schreibe ich über das, was mich bewegt, was ich erlebt habe. Deshalb zeigt das Programm "Radio Pandora", das wir in Mühldorf spielen werden, nicht umsonst einen Koffer auf dem Cover. Die Titel sind Mitbringsel von meinen Reisen, Geschichten, die ich sonstwo erlebt habe.

n Reicht Köln zur Themenfindung nicht aus?

Stimmt, da wären mir längst die Themen ausgegangen. So interessant ist das nämlich auch wieder nicht, was einem in Köln so passiert. Das reicht nicht für 30 Jahre Tonträger.

n Obwohl Christoph Daum und der FC doch eine ganze Scheibe füllen müssten?

Mindestens, aber das wäre sogar mir als bekennender Fußballfan zu eindimensional. Nein, im Ernst, in einer Zeit, in der ich nach Uganda oder Kongo komme und Dinge erlebe, die mich einfach umhauen, ist es doch ganz klar, dass sich das in meinen Liedern niederschlägt. So wie es früher eben der Liebeskummer war, der mich gequält hat.

n Damit sind wir bei den Anfängen von BAP. Macht es immer noch so viel Spaß, auf der Bühne zu stehen?

Ja klar, sonst würden wir es nicht machen. Ich bedaure die ganzen Bands, die durch die Gegend tingeln und ihre uralten Hits spielen, wenn sie mal zwei hatten. Und das Jahr für Jahr in ständig neuer Besetzung.

n Auch bei BAP steht mit Wolfgang Niedecken das letzte Gründungsmitglied auf der Bühne.

Ist schon richtig. Aber der Unterschied ist: Wir waren von je her eine Band, die sich verändert und weiterentwickelt hat. Wir sind seit 33 Jahren zugange, das aktuelle Album ist das zehnte Nummer-Eins-Album und wir haben uns von Anfang an immer erneuert. Nicht nur in der Besetzung, das ist nur das, was einem ins Auge fällt. Ich bin zwar der Letzte, der von der Anfangsbesetzung noch dabei ist, aber diese Besetzung hat damals ja noch nicht einmal das erste Album eingespielt. Und das zweite hat schon wieder eine andere Besetzung gespielt. Und so ging es weiter. Die einzige Konstante an BAP ist die Veränderung, das muss man einfach mal begreifen.

n Außer der Konstante Veränderung, außer der Konstante Niedecken: Was ist gleich geblieben in den 30 Jahren?

Dass wir uns immer bemüht haben, auf einem möglichst hohen Level zu spielen. Das ist uns am Anfang natürlich wenig gelungen. Da waren wir eine Garagenband. Sehr intensiv, mit Riesenspaß, aber das hat schon ordentlich gerunkelt. Wir waren sicher nicht das, was man eine Musicians-Band nennt, vor der die Musikerkollegen stehen und staunen.

n Vermissen Sie die alten Zeiten manchmal?

Nein, so ein Typ bin ich nicht. Ich bin nicht für Nostalgie zu haben, ich kann mich zwar sehr gut an vieles erinnern, aber ich vermisse nichts davon. Zumal ich nicht das Gefühl habe, etwas verpasst zu haben. Es hört sich jetzt etwas verwegen an, aber wir haben sicher nichts ausgelassen.

n Und doch sind Sie ein altmodischer Mensch: Ich habe gelesen, Sie schreiben Ihre Texte immer noch mit Bleistift.

Was die neue Technik betrifft, bin ich bekennender Steinzeitmensch. Ich käme niemals auf den Gedanken, Songtexte am Computer zu erstellen. Ich mag es, eine Textzeile auszuradieren, wenn ich eine bessere gefunden habe. Das hat vor allem etwas mit Sinnlichkeit zu tun.

n Alte Hits oder BAP 2009: Was hören wir in Mühldorf?

Eine gute Mischung. Wir werden gerade bei den Sommer-Konzerten darauf achten, dass auch die Leute gut bedient werden, die das neueste Album nicht kennen. In der Regel spielen wir im Sommer ein Drittel aktuelles Material, die anderen zwei Drittel sind Greatest Hits und Stücke aus den 80er- und 90er-Jahren. Wir werden den Teufel tun und nur "Radio Pandora" spielen.

n Sie waren noch nie in Mühldorf?

Noch nicht bewusst. Es muss irgendwo in der Nähe von Nürnberg sein...

n Fast, schon eher in der Mitte zwischen München und Passau.

Ich bin auf jeden Fall gespannt und freue mich darauf. Und überhaupt: Reisen bildet ja.

Karten für das Konzert am Dienstag, 7. Juli, sind im Kulturbüro der Stadt Mühldorf unter Telefon 08631/ 612227 erhältlich.

www.muehldorf.de

Karten gibt es auch im Internet.

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