"Wirklichkeit - fast wirklich" - der Ausstellungstitel von Max Pfallers Bildern in der Bad Aiblinger Galerie "Villa Maria" trifft zweifach zu. Zutreffend ist die Fastwirklichkeit durch den beinahe fotografischen Realismus der Gemälde.

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"Die Melancholie der Vorstädte" von Max Pfaller, Acryl, 2007. Foto Fischer
Zur kompletten Wirklichkeit wird sie durch einen zwar nicht schonungslosen, dennoch aber genau studierenden und nicht beschönigenden Blick des Künstlers auf seine Mitmenschen, ironisch-realistische bildnerische Seitenhiebe eingeschlossen. Seine menschenlosen Szenerien zeichnen sich zudem durch feine Details aus, die das Offensichtliche relativieren und andere Sichtweisen eröffnen.
In München 1937 zur Welt gekommen, studierte Pfaller an der dortigen Akademie der Bildenden Künste. Seit 1964 ist er freischaffend tätig. Er erhielt 1964 den Seerosenpreis, ist Mitglied der Münchener Secession, seit 2009 Mitglied der Ausstellungsleitung Große Kunstausstellung im Haus der Kunst München und beteiligte sich an dieser seit 1970 kontinuierlich.
Die Frauen in Pfallers Bildern sind nicht die Schönheiten der Werbeikonografie. Jung, ja. Aber sie sind Wesen aus Fleisch und Blut, nicht silikonisierte Top-Model-Anwärterinnen in spe.
Die Ein-, Aus- oder auch Draufblicke zelebriert Pfaller in weiteren Werken, etwa mit hervorragenden Spiegelungen in Landschaftsbildern, bei schönen Autos, auf deren Lack sich eine Reflexion des Doms von Siena fließend ausbreitet, oder mit einer abendlichen Parklandschaft in einem Teich.
Neben idealen Landschaftsszenerien präsentiert der Künstler aber auch die Einflüsse der modernen Wirklichkeit. Still-erhabene Schönheit und Gegebenheiten der Mobilität: ein Regenbogen am Wald über der dominant in Szene gesetzten Straße, ein Autowrack vor alten Bäumen oder ein Bergmassiv in Garmisch und die darauf direkt zuleitende Fahrbahn.
Die Fastwirklichkeit wird zur Wirklichkeit des Blickwinkels, und dessen Realität ist nicht zu leugnen.



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