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Kolbermoor: Bau- und Wertstoffhof soll erweitert werden

Schluss mit Warten: Pläne für Ausbau

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Kolbermoor - Er platzt aus allen Nähten: der Bau- und Wertstoffhof der Stadt Kolbermoor in Mitterhart. Der Stadtrat brachte jetzt einen Grundsatzbeschluss auf den Weg, den Wertstoffhof zu erweitern - entweder am bestehenden Standort oder alternativ auf Flächen in der Aiblinger Au. Die Stadt will nun in die Grundstücksverhandlungen gehen.

Der Wertstoffhof der Stadt Kolbermoor platzt vor allem im Frühjahr und Sommer aus allen Nähten, nun soll er erweitert werden.

© gantner

Der Wertstoffhof der Stadt Kolbermoor platzt vor allem im Frühjahr und Sommer aus allen Nähten, nun soll er erweitert werden.

Lange Warteschlangen bilden sich oftmals vor dem städtischen Wertstoffhof in Mitterhart, insbesondere zu den Stoßzeiten im Frühjahr und Herbst - eine deutliche Überlastung, und das schon seit Jahren, erklärte dazu Bürgermeister Peter Kloo in jüngster Sitzung des Stadtrates.

Die Gründe für die Überlastung sieht Kloo zum einen darin, dass die Grüngutentsorgung ebenfalls im Wertstoffhof durchgeführt wird, zum anderen steige die Anzahl der Wertstoffe und damit auch die Zahl der Container stetig an. Sowohl Aufstell- als auch Bewegungsflächen seien dem starken Andrang nicht mehr gewachsen, betonte er.

Wie der Bürgermeister ausführte, werde diese Situation auch vom Landkreis Rosenheim, zuständig für die Entsorgung, bereits bemängelt - zuletzt mit dem dringenden Ratschlag, den Wertstoffhof zu erweitern. Gleichzeitig sicherte der Kreis eine Kostenbeteiligung zu. "Generell kann sich der Landkreis vorstellen, dass die Stadt das erforderliche Grundstück baureif zur Verfügung stellt und der Landkreis die Kosten für die baulichen Anlagen übernimmt", erläuterte Kloo.

Einziges Problem: Weil der Wertstoffhof an die Hallen des Bauhofs angrenzt, besteht dort laut Verwaltung keine Erweiterungsmöglichkeit. Möglich wäre indes, den Wertstoffhof an den östlichen Grundstücksrand zu verlagern und dort eine neue Halle zu errichten, was auch der Lärmproblematik hinsichtlich der nahen Wohnbebauung an der Wendelsteinstraße entgegenkäme. Nach Angaben des Bürgermeisters reichen die Restflächen im Osten grundsätzlich aus, um eine neue Wertstoffhalle und Freiflächen für die Grüngutannahme einzurichten - "allerdings wäre dann nur der Minimalbedarf abgedeckt", so Kloo. Zum Bau einer zukunftsfähigen Anlage müssten benachbarte, landwirtschaftlich genutzte Flächen erworben werden, wozu nun Gespräche aufgenommen werden sollen.

Gleichzeitig will der Bürgermeister eine Alternativplanung ins Auge fassen: die Verlegung des Wertstoffhofs samt Grüngutsammelstelle in die Aiblinger Au. Auch für diese Möglichkeit will die Stadt in Grundstücksverhandlungen treten, wozu der Stadtrat "grünes Licht" gab. Überdies sollen Vorplanungen und Kostenschätzungen in Angriff genommen werden, eine verbindliche Kostenzusage von Seiten des Landratsamtes eingeholt und eine Bewertung und Preisermittlung für die zu erwerbenden Bau- und Entwicklungsflächen durchgeführt werden. Parallel dazu will die Stadt ein städtebauliches Grundkonzept für die weitere Entwicklung von Gewerbeflächen östlich des Bauhofs erstellen lassen.

Auf die Stadt kommt noch eine weitere "Baustelle" zu: Auch der Bauhof platzt aus allen Nähten, benötigt dringend neue Büroflächen. Wie Kloo ausführte, seien derzeit die Abteilungen Gärtnerei, Straßenmeisterei, Gebäudeunterhalt und Stadtentwässerung in zwei Büros untergebracht - und auch das Wasserwerk verfüge über nur ein Büro. "Die Aufgaben des Bauhofs verändern sich, es werden immer mehr Planungsleistungen verlangt, die Mitarbeiter sind deshalb auch viel in den Büros", weiß der Bürgermeister. "Um befriedigende Arbeitsverhältnisse zu schaffen, ist es erforderlich, den Bürotrakt zu erweitern." Vorschlag der Verwaltung: die Schaffung von vier zusätzlichen Büros, wobei auch Eigenleistung eingebracht werden solle, was der Stadtrat einstimmig unterstützte. Ein architektonisches Konzept soll nun erstellt werden.

Die Erweiterung von Bau- und Wertstoffhof erachtete der Stadtrat quer durch die Fraktionen für notwendig, bat aber auch um Sensibilität bezüglich der Anwohner. Insbesondere Else Huber (Grüne) und Dagmar Levin (SPD) drängten auf eine Änderung die Containerleerung, die bislang frühmorgens erfolgt. Sebastian Daxeder (CSU) regte zudem an, im Bereich Grüngutlagerung auf mögliche Ausdünstungen zu achten und forderte eine "umgebungsfreundliche Lösung".

Des Weiteren lag den Stadträten eine Ausweitung der Öffnungszeiten am Herzen, um auch damit das Aufkommen zu entzerren.

Rosi Gantner/Mangfall-Bote

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