Das Jahr 1993 ist nicht gerade eine Ewigkeit her. Dennoch wirken die Fotos, die derzeit in den Räumen der incca GmbH gezeigt werden wie Dokumente einer längst vergangenen Zeit. Das sind sie in gewisser Weise auch, waren doch die Veränderungen, die in der Stadt seit nicht einmal zwei Jahrzehnten vor sich gingen enorm.

© OVB
Viele Besucher wollten sich die Vernissage nicht entgehen lassen. Fotos fischer (2)
Kolbermoor - "BSK 93" betitelt der in Rosenheim geborene Fotokünstler Maximilian Erbacher die zwölf Bilder schlicht - für Baumwollspinnerei Kolbermoor und das Jahr ihrer Auflösung. Die hat er auf den schwarz-weißen Silbergelatine-Prints festgehalten. Als Erinnerung an den Wandel eines kleinen Ortes in Oberbayern, der exemplarisch den Umbruch einer Industrienation markiere, so Erbacher, der von Kolbermoor begeistert ist. Den Raum für die Exponateschau stellten ihm die Firmeninhaber der incca GmbH, Martin Schleyer und Sascha Skorupa, zur Verfügung, die mit dem Künstler befreundet sind. "Es ist schön für uns, da wir auf Historie und Kultur Wert legen", erklärte Skorupa ihre Motivation.
Begeistert von den Fotografien waren auch die vielen Besucher der Vernissage, unter ihnen die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und der Kolbermoorer Rathauschef Peter Kloo. Der erinnerte an die kurze, aber sehr rasante Entwicklung der Stadt, die erst 1863 gegründet wurde. Als Industriestandort konzipiert, zählte sie binnen kürzester Zeit mehr als 1000 Einwohner, mit der Baumwollspinnerei als integralem Betrieb. "1993 war für Kolbermoor ein kompletter Strukturwandel", erklärte Kloo. Die Entwicklung von einer Industriestadt zu einem aufstrebenden Ort habe ihren Lauf genommen und sei als Herausforderung zu bewältigen gewesen. Mit Hilfe der Städtebauförderung und eines Investors sei es gelungen, aus der Spinnerei ein Schmuckstück zu machen. Zeitweise sei vorher sogar deren Abriss diskutiert worden. "Das wäre eine Sünde gewesen", zeigte sich Kloo mit der Entwicklung des Areals hoch zufrieden. Die Fotos seien eine sehenswerte Erinnerung wie Kolbermoor einst war, lobte er die Werke.
Zu sehen sind die Fotos in den Räumen der incca GmbH, Spinnereiinsel 3a, noch bis Sonntag, 7. August, nach Vereinbarung unter Telefon 08031/3521044. maf
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