416.01.12|Zeitung in der Schule|Zeitung in der Schule|
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Rosenheim - Wenn jeder Schultag mit der Ente Paula beginnt, die Hausaufgabenplanung nach dem Wetterbericht ausgerichtet wird und im Kunstunterricht Skulpturen aus Zeitungspapier gestaltet werden – dann hat „Zeitung in der Grundschule“ wieder begonnen.

© Reisner
Zwölf Wochen lang steht die Zeitung im Mittelpunkt des Unterrichts. Lehrkräfte und Sparkassen-Mitarbeiter zeigten sich beim Auftaktseminar schon voller Tatendrang.
Heuer fällt der Startschuss für den ersten Projektzeitraum unmittelbar nach den Weihnachtsferien. Zwölf Wochen lang stehen dann Oberbayerisches Volksblatt, Mangfall- Bote und Chiemgau- Zeitung im Mittelpunkt des Unterrichts. Insgesamt nehmen in der neuen ZIS-Runde rekordverdächtige 56 Klassen mit 1238 Schülern teil.
Beim Projekt „Zeitung in der Grundschule“ geht es darum, die Welt ins Klassenzimmer zu holen und zugleich Leseförderung zu betreiben. Zwölf Wochen lang wird dazu täglich die aktuelle Ausgabe ins Klassenzimmer geliefert und die Heimatzeitung so Mittel der Unterrichtsgestaltung. „Das Interesse an dem Projekt ist so groß wie am ersten Tag“, sagte OVBRedaktionsleiter Willi Börsch beim Auftaktseminar für die beteiligten Lehrer im obersten Stock des Sparkassen- Hochhauses in Rosenheim. Er hatte eine beeindruckende Zahl mit im Gepäck: Seit Start von „Zeitung in der Schule“ im Jahr 1994 haben im Verbreitungsgebiet des Oberbayerischen Volksblatts und seiner Regionalausgaben über 20 000 Schüler an dem Projekt teilgenommen.
Doch der Erfolg lässt sich nicht nur an den Zahlen ablesen. Bemerkenswert sind auch die vielen „Wiederholungstäter“ unter den Lehrern, die immer wieder aufs Neue mit dabei sind. Trotz des Mehraufwands, den das Projekt im täglichen Unterricht bedeutet, überwiegen ganz offensichtlich der Nutzen – und vor allem die Begeisterung der Kinder. Denn Letzteres wurde am häufigsten genannt, wenn die Lehrer nach den Gründen für ihre Teilnahme gefragt wurden. Auch die positive Werbung, die ZIS-erfahrene Lehrkräfte unter ihren Kollegen gemacht haben, gab in vielen Fällen den Ausschlag, sich für 2012 anzumelden.
Treue Begleiterin von ZIS ist von Anfang die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. „Wir sind dem Projekt seit Langem verbunden“, erklärte Alexandra Frank, Leiterin des Bereichs Werbung und Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse, in ihrer Begrüßung. Es sei eine Partnerschaft, die großen Spaß mache: „Wir hatten in dieser Zeit viele schöne Erlebnisse und viele begeisterte junge Zeitungsleser.“
Dass die Leseförderung im Vordergrund steht, erläuterte auch Dr. Markus Moog vom federführenden IZOP-Institut. Die Einrichtung mit Sitz in Aachen hat das Konzept entwickelt und begleitet es. „Es ist auch pädagogisch sinnvoll, Kinder an Zeitungen heranzuführen“, so Moog. Seitdem das IZOP-Institut Ende der 70er-Jahre das erste Projekt auf die Beine gestellt hat, haben über eine Million Schüler in verschiedenen Altersgruppen daran teilgenommen.
Die Begeisterung der Kinder hat viel damit zu tun, dass sie das Gefühl haben, mit der Zeitung in die Welt der Erwachsenen hinein zu schnuppern: „Kinder müssen nicht Zeitung lesen, sie dürfen“, brachte Moog diese Empfindung auf den Punkt. Er versprach den Lehrern: „Jedes Kind wird in der Zeitung etwas finden, was es interessiert.“ Dafür sorge die große Bandbreite des Angebots mit Lokalem, Sport, Politik, Stars und Prominenten. „Jeder Schüler wird fündig, und wenn es der Wetterbericht ist“, so Moog weiter, der von dem Langzeitprojekt eines Schülers berichtete: Der Viertklässler hatte drei Monate lang überprüft, ob die Wettervorhersage auch tatsächlich so eintraf wie prognostiziert.
Die Kinder nutzen aber die Tageszeitung nicht nur als Unterrichtsmaterial in den verschiedensten Fächern, von Deutsch über Heimatund Sachkunde bis hin zum Kunstunterricht, sondern schlüpfen auch selbst in die Rolle des Reporters. Mit Stift, Block und Kamera machen die Schüler einen Unterrichtsgang, recherchieren Themen, schießen Fotos und verfassen anschließend gemeinsam einen Zeitungsartikel, der natürlich auch in der Heimatzeitung zu lesen sein wird.
Klaus Kuhn
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