Über 1000 Schüler in 49 Klassen haben in den vergangenen Monaten am OVB-Projekt "Zeitung in der Schule" (ZiS) teilgenommen. Jetzt wird Bilanz gezogen. Die große Mehrheit der Buben und Mädchen ist begeistert: "Schade, dass es schon vorbei ist", sagen drei von vier Kindern. "Wir hätten uns gewünscht, dass das Projekt noch etwas länger dauert", sagen viele. Aber jetzt sind erst einmal Ferien - und die haben sich die fleißigen ZiS-Schüler auch verdient.

Die Welt zum blättern, falten, überfliegen oder lesen: Monatelang drehte sich in vielen dritten, vierten und fünften Klassen in der Region nicht alles, aber sehr viel um das Oberbayerische Volksblatt. Foto ammelburger
Rosenheim/Landkreis - Drei Monate lang war in vielen Grundschulen in Stadt und Landkreis Rosenheim neben Mathematik und Deutsch auch das Oberbayerische Volksblatt fester Bestandteil des Unterrichts.
Wie funktioniert die Welt der Erwachsenen? Was bewegt sie? Was ist los auf den Kontinenten und Meeren? Im Informationszeitalter der digitalen Medien mit ihren Bilderfluten und Info-Schnipseln ist es gerade die thematisch klar strukturierte Tageszeitung, die Kindern schnell Orientierung verschaffen kann. Die packt die Welt in ein paar Dutzend Papierseiten: zum festhalten, knicken, blättern, schneiden, überfliegen, anschauen oder lesen.
"Die Kinder haben sich jeden Morgen auf die Zeitung gefreut, sie haben gerne gelesen und sich mit dem Aufbau der Zeitung beschäftigt", ziehen Jutta Weber und Ingrid Stang, Lehrerinnen an der Volkssschule Grassau, stellvertretend für viele weitere Kolleginnen ein rundum positives Fazit. Für Weber und Stahl, die mit der 5a an ZiS teilgenommen haben, ist damit der erste Schritt auf dem langen Weg zum mündigen Bürger geglückt: "Es war wirklich eine Bereicherung des Unterrichts und ein Schritt in Richtung Medienkompetenz und Erziehung zur Beschäftigung mit gesellschaftlich relevanten Themen."
Die Grassauer Kinder bekamen nach Abschluss des Projekts von ihren Lehrerinnen die Aufgabe gestellt, einen Geschäftsbrief zu verfassen. Damit bedankten sie sich bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling und deren Vorstandschef Alfons Maierthaler, die das Projekt nicht nur finanziell unterstützten, sondern auch mit Ideen für Reportagen begleiteten. Als die ZiS-Kinder ausschwärmten, um als rasende Reporter spannenden Geschichten nachzujagen, wurden sie in den Sparkassen-Filialen und vielen weiteren Einrichtungen mit offenen Armen empfangen.
In den Briefen machen die Grassauer Schüler aber nicht nur dem ZiS-Projekt - eine "Erfindung" des Aachener Instituts zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) - und seinen Förderern Komplimente. Die Buben und Mädchen fassen ihre Begegnungen mit der Tageszeitung aus dem Blickwinkel eines Kindes zusammen, was zu teilweise recht witzigen Ergebnissen führt.
Hier sind einige Auszüge aus den Briefen:
"Ich hätte mir gewünscht, dass das Projekt noch etwas länger dauert." Lisa Harrer
"Mir hat gut gefallen, dass wir die Zeitung nicht selber zahlen mussten und dass ich den Hägar lesen konnte." Julian Gegner
"Ich werde die kuriose Nachricht und den Hägar vermissen. Meine Eltern haben sich gefreut, dass ich mehr gelesen habe." Max Wesenauer
"Mir hat am besten gefallen, dass wir viele Informationen bekommen haben. Die kuriose Nachricht war meistens sehr lustig." Michaela Pösch
"Ich habe gelernt, dass man aus Zeitungsschnipseln im Kunstunterricht auch Eulen machen kann." Regina König
"Ich habe das Lesen noch besser gelernt. Jeden Tag mussten wir drei Sätze aus einem Artikel schreiben. Das habe ich nicht so toll gefunden." Laura Endres
"Mir hat gut gefallen, dass wir die Zeitung nicht ganz durchlesen mussten." Michaela Cindric
"Mir haben am besten die Autounfälle und die kuriose Nachricht gefallen." Marcel Cindric
"Ich habe dadurch besser lesen gelernt." Kevin Glöckner
"Ich habe gelernt, dass lesen viel Spaß machen kann. Mir hat aber nicht gut gefallen, dass wir wegen dem Projekt viel Hausi aufhatten." Michi Mayer
"ZiS hat mir geholfen, täglich zu erfahren, was auf der Welt geschieht." Andreas Stecher



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