"Unsere Anlage verfügt über alles, was ein großes Kraftwerk benötigt", so begrüßt uns Rainer Kometer. Dieser ist zuständig für Turbine, Kessel und das Nebenaggregat in der Müllverbrennungsanlage in Rosenheim. Er führte die Schülerreporter der vierten Klasse der Pruttinger Grundschule im Rahmen des Projektes "Zeitung in der Schule" (ZIS) durch die Anlage.

Gut ausgestattet mit Schutzhelmen besichtigten die Pruttinger ZIS-Reporter das Gelände der Müllverbrennungsanlage in Rosenheim und hörten den Ausführungen von Rainer Kometer aufmerksam zu. Fotos re
Prutting/Rosenheim - In unseren Familien und an unserer Schule wird Müll getrennt und gesammelt. Doch wo landet der Müll, den wir trennen? Was passiert mit dem Gewerbemüll, dem Müll, der in Fabriken und Firmen anfällt? Der Sache wollen wir genauer nachgehen. Also besuchen wir die Müllverbrennungsanlage in Rosenheim in der Schönfeldstraße. Dort wird außer dem Müll der Städte Kolbermoor, Bad Aibling und Rosenheim auch der Pruttinger Müll verbrannt.
Doch nicht nur der Müll aus dem Landkreis Rosenheim wird angeliefert. Auch die Nachbarlandkreise sind froh, hier ihre Abfälle umweltfreundlich entsorgen zu können. Etwa 50 Landkreisgemeinden transportieren ihren Müll zur Verbrennung hierher.
Und was da alles ankommt: Die Schülerreporter staunen nicht schlecht, als ein Schwerlaster nach dem anderen in das Gelände der Müllverbrennungsanlage einbiegt und seinen Müll ablädt.
Hinter solch einem Schwerlaster betreten die Kinder das Gelände der Müllverbrennungsanlage. "Täglich wird tonnenweise Müll angeliefert", erklärt uns Herr Kometer. Im Jahr werden in der Anlage 63 000 bis 65 000 Tonnen Müll verbrannt.
Ein riesiger Kran kann im Durchschnitt ein bis zwei Tonnen Müll greifen und in den Brennofen befördern. Wird ihm die Fracht zu schwer, schaltet er sich automatisch ab. Im Brennofen wird der gesamte Unrat bei einer Temperatur von 1400 bis 1500 Grad Celsius verbrannt. Der Brennofen beheizt einen Wasserkessel. Das Wasser im Dampfkessel erreicht Spitzenwerte von 400 Grad Celsius - das kann man sich vorstellen wie beim Dampfkochtopf in der Küche - 30 000 Tonnen Dampf pro Jahr. Der Dampf treibt Dampfturbinen an, die sich sehr schnell drehen und Strom erzeugen. Der Strom wird in das Stromnetz der Stadtwerke eingespeist. Mit dem erzeugten Strom wird etwa ein Drittel der Stadt Rosenheim mit elektrischer Energie versorgt. Eine feine Sache möchte man meinen: Müll liefert durch Verbrennung elektrischen Strom und außerdem den so genannten Prozessdampf. Dieser wiederum geht an das Klinikum Rosenheim und an Industriebetriebe in der Umgebung als Fernwärme.
Toll, wenn da nicht die Schadstoffe wären, die durch die Verbrennung des Mülls entstehen. Wenn zum Beispiel Kunststoff verbrannt wird, entwickeln sich neben Salzsäure noch viele andere Giftstoffe. Doch die Müllverbrennungsanlage in Rosenheim ist gut gerüstet für diese Schadstoffprodukte. Sie verfügt über eine Rauchgasreinigung, die über 1000 Filterstrümpfe erfolgt. Jeder Filterstrumpf ist fünf Meter lang und hat einen Durchmesser von 17 bis 18 Zentimeter.
Jetzt sind alle Kinder davon überzeugt, dass Mülltrennung Sinn macht. Wieder zurück in Prutting nehmen wir begeistert an der Aktion Rama dama - rund um unser Schulhaus teil.



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