Einen Blick hinter die Kulissen eines Kinos würde so manches Kind gerne werfen. Für die Klasse 4a der Grundschule an der Graslitzer Straße und ihre Lehrerin Hildegard Braun wurde dieser Wunsch wahr. Sie erlebte im Rahmen des Projektes "Zeitung in der Grundschule" eine hochinteressante Führung durch das Waldkraiburger "Cinewood"-Kino.

Die Klasse 4 a der Graslitzer Grundschule mit den 3D-Brillen. Das frische Popcorn schmeckte köstlich. Fotos Klasse 4a
Waldkraiburg - Die Eingangshalle durchwehte bereits der typische Popcornduft. Eine Mitarbeiterin war damit beschäftigt, Maiskörner in eine Maschine zu füllen, aus der sich oben die warme, süße Leckerei ergoss. "Wie ein feuerspuckender Drache sieht das aus", meinten die Kinder. Am liebsten hätten sie gleich eine Naschpause eingelegt.
Der Betreiber, Thomas Rahnert, zeigte und erklärte geduldig sein gesamtes Kino, das über 1100 Sitzplätze verfügt. Die Besucher waren sehr verwundert, als sie erfuhren, dass die Hälfte des Preises von jeder Eintrittskarte an den Verleih abgegeben werden muss. Aus diesem Grund sind die Tickets genau durchnummeriert.
Sogar die Vorführräume, die sonst nur dem Personal zugänglich sind, durften die Schüler betreten. Sie erfuhren, dass eine Filmrolle für 15 Minuten Spielzeit 600 Meter lang ist. Der Streifen besteht aus lauter kleinen aneinandergereihten durchsichtigen Einzelfotos. Mit einer Lampe, deren Licht dreimal so hell ist wie die Sonne, werden diese Bilder auf die Leinwand projiziert. Weil das so schnell passiert - 24 Stück pro Sekunde - vermittelt uns das Gehirn den Eindruck einer fortlaufenden Bewegung. Genauso ist es auch bei den kleinen Daumenkinobüchlein, die jedes Kind "abspielen" durfte.
Wussten Sie übrigens, dass eine Kinoleinwand auf der Rückseite gespannt ist wie ein Trampolin und überall ganz fein perforiert, damit der Schall aus den dahinterliegenden Lautsprechern zum Publikum durchdringen kann?
"Aber wie funktioniert 3D?", das war die brennendste Frage. Herr Rahnert erklärte, dass diese Filme mit zwei Kameras aufgenommen oder am Computer so bearbeitet werden, dass sich zwei Bilder überlagern. Durch die Spezialbrille sieht man immer abwechselnd mit einem anderen Auge. So erhält der Zuschauer einen räumlichen Eindruck. Die Brille kommt übrigens nach jeder Benutzung in die Spülmaschine und wird anschließend von Hand poliert.
Nach all diesen Erklärungen durften die Kinder endlich eine kleine Kinovorstellung sehen.
Aber nicht ohne vorher mitzuhelfen. Radoslaw und Dominik gaben die 3D-Brillen aus, Patricia und Thomas rissen die Eintrittskarten ab und starteten die Filme. Die Zuschauer machten es sich alle in den Sesseln bequem und sahen zwei Trailer sowie den zauberhaften Kurzfilm "Partly cloudy".
Natürlich durften jetzt auch das ersehnte warme Popcorn und ein Getränk nicht fehlen. Und, wie auch im richtigen Leben, mussten die kleinen Kinoangestellten nach der Vorstellung den Saal säubern. Klasse 4a



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