"Pinne gerade! Halte den Kurs auf die Boje! Kopf runter, gleich kommt der Baum!", ruft Segeltrainer Michael von seinem Motorboot aus den Kindern in den Optimisten zu. Die dritte Klasse der Grundschule Breitbrunn-Gstadt besuchte zusammen mit ihrer Lehrerin Eva Morgenstern im Rahmen des Projekts "Zeitung in der Schule" den SCBC, den Segelclub Breitbrunn Chiemsee.

Die Mädchen und Buben der dritten Klasse der Grundschule Breitbrunn-Gstadt sammelten in den "Optimisten" ihre ersten Segel-Erfahrungen. Foto re
Breitbrunn/Gstadt - Allein schon der Hinweg zum Segelhafen war das reinste Vergnügen. Auf dem überschwemmten Uferweg wurden die Gummistiefel und Badeschuhe gleich einmal eingeweiht.
"Jedes Kind muss schwimmen können und immer eine Schwimmweste tragen, auch an Land!" So wurden die Kinder von Michael Zonewitz, dem Segeltrainer begrüßt. Zusammen mit Herta und Wolfgang Reger und Frank Stracke führte er die Schüler in die Grundkenntnisse des Segelns ein.
Gleich zu Beginn gab es an Land ein wenig Theorie und Begriffserklärungen.
Ruder: damit steuerst du dein Boot;
Pinne mit Ausleger: Stange, die am Ruder befestigt ist;
Schwert: damit verhinderst du, dass dein Boot vom Wind zur Seite gepustet wird;
Heck: der hintere Teil des Bootes;
Bug: der vordere Teil;
Slipwagen: kleiner Wagen zum Transportieren des Optimisten;
Rigg: Mast, Baum, Spriet und Segel;
Luv: da kommt der Wind her;
Lee: dort weht der Wind hin;
Schot: mit diesem Tau stellst du das Segel ein;
Wende: das einfachste Manöver, um die Richtung zu ändern;
Praddel: kleines Paddel.
Dann ging es aufs Wasser, doch erst einmal ohne Segel. Zu zweit schoben die Kinder einen Opti mit dem Heck zuerst ins Wasser. Dann stiegen jeweils zwei Kinder in ein Boot, um das Praddeln zu üben. Doch schon bald wurden die ersten Segel aufgezogen. Wieder saßen zwei Kinder zusammen im Boot, der eine oben auf der Kante hielt die Pinne, der andere unten im Boot die Schot.
Am zweiten Tag frischte der Wind sogar noch ein bisschen auf und die kleinen Boote nahmen schon ganz schön Fahrt auf. Einige Kinder trauten sich sogar alleine zu segeln. Wer nicht gerade in einem Opti saß, durfte auf einem der Motorboote mitfahren.
"Na, jetzt wird's aber Zeit, dass wir Knoten üben", sagte Michael bei einer der Pausen an Land. Achterknoten, Kreuzknoten, Schotsteg und Palsteg sind die wichtigsten Knoten, die jeder Segler können muss.
An Land hatten die ZiS- Reporter nun auch die Gelegenheit, Fragen zu stellen.
n Was macht man, wenn ein Gewitter kommt und man weit draußen auf dem See ist?
Man fährt so schnell wie möglich zum nächsten Ufer oder kippt das Boot um und taucht darunter, weil man im Rumpf des Bootes genügend Luft bekommt. Du darfst nie vom Boot wegschwimmen.
n Was macht man, wenn man Hilfe braucht?
Man stellt sich ins Boot und macht mit den Armen große kreisförmige Bewegungen.
n Sind Sie schon einmal gekentert?
Oft! Erst gestern bin ich ins Wasser gefallen.
n Was gefällt Ihnen beim Segeln am besten?
Ich bin draußen an der frischen Luft. Ich liebe es, wenn mir der Wind um die Nase bläst und ich lerne nette Leute kennen.
Ein paar abschließende Kommentare der Mädchen und Buben:
"Wer Lust hat zu segeln, der muss einfach mal beim SCBC vorbeischauen. Das werde ich machen!"
"Ganz so einfach ist das Segeln nicht. Ich habe mich mit dem Boot ein paar Mal im Kreis gedreht."
"Der krönende Abschluss an beiden Tagen war die Motorbootfahrt. Mit 30 Knoten durchbrachen wir die Dampferwellen. Unsere Segeltrainer fuhren Achter und Kreise, dass das Wasser nur so spritzte."
"Mir gefiel es so gut, dass ich in den Sommerferien noch mal an einem Optikurs teilnehmen werde."
www.ovb-online.de/
zeitunginderschule



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