Rosenheim - Nach dem erfolgreichen Projekt zur Gewaltprävention in der 3. Klasse arbeiteten die Schüler der Klasse 4a der Volksschule Westerndorf St. Peter im Rahmen des Projektes "Zeitung in der Schule" (ZIS) zusammen mit der Schulsozialarbeiterin Gudrun Bahr vom Verein "Pro Arbeit" intensiv zum Thema Zusammenarbeit in der Klasse. Sie lernten, wie man erfolgreich ein Problemgespräch führen kann.

Das Eisschollenspiel als Training für gute Zusammenarbeit: Ohne Teamgeist hätten die Aufgaben nicht gelöst werden können. Foto : re
Zusammenarbeit ist für eine Klasse sehr wichtig. Zur Zusammenarbeit gehört Vertrauen, Freude und Spaß. Die ZIS-Reporter haben das Eisschollenspiel, Tierewerfen und schwebender Stab gespielt. Für alle diese Spiele ist Zusammenarbeit sehr wichtig, denn ohne Teamarbeit klappen diese Spiele nicht.
Beim Eisschollenspiel hatten die Schüler die Aufgabe, von einer Linie zu einer anderen zu kommen. Dabei durften sie nur Stühle (als Eisschollen) benutzen, der Boden durfte nicht berührt werden. Immer musste ein Teil des Körpers einen Stuhl berühren, da dieser sonst schmilzt - Schulsozialarbeiterin Bahr hat dann einen Stuhl weggenommen. Die Aufgabe war erst dann geschafft, wenn alle beim Ziel angekommen waren.
Hatte jemand den Boden berührt, mussten alle wieder von vorn anfangen. Das Spiel ist sehr schwierig, wenn man nicht zusammenarbeitet. Die Viertklässler haben es geschafft, weil sie sich gegenseitig geholfen haben und immer gewartet haben, bis der nächste Mitspieler ein Körperteil am Stuhl hatte. Zudem haben sie sich gegenseitig die Hände gegeben, sodass kein Stuhl leergestanden ist. Es fühlte sich toll an, als sie die Aufgabe endlich geschafft hatten.
Beim Eisschollenspiel musste man beachten: Es war wichtig, dass man zusammenarbeitet, man musste sich auf die anderen verlassen können, das Gleichgewicht halten, sich gegenseitig helfen und ganz eng zusammenbleiben. Es war auch wichtig, dass aufeinander aufgepasst wurde. Man brauchte viel Geduld, man musste dem anderen vertrauen und gut aufpassen.
Das Eisschollenspiel klappte ganz gut, denn erstens wollten die Schüler alle sicher über die Eisschollen und zweitens nicht runterfallen und von vorn anfangen. Das Spiel "Tiere werfen" war schon schwieriger. Die ZIS-Reporter mussten mehrere Tiere in der richtigen Reihenfolge anderen Kindern zuwerfen, ohne dass eines auf den Boden fiel. Wenn sie ein Tier geschafft hatten, kam ein zweites dazu und so weiter. Es wurden immer mehr Tiere dazugegeben und das hat verwirrt. Es wurde immer unruhiger in der Klasse, und so fielen die Tiere auf den Boden und die Schüler mussten von vorn anfangen. Das war zu verhindern, wenn man nur auf das Tier schaut, das als Nächstes kommt.
Beim Tierewerfen muss man aufpassen, genau schauen, wer das Tier gerade hat, konzentriert und leise sein, beim Spiel dabeisein und nicht träumen, nicht schlagen oder beschimpfen, wenn einer ein Tier nicht fängt, sondern sagen: "Das ist nicht so schlimm." Wenn man die Regeln einhält und viele Tiere in der Luft fliegen, ohne auf den Boden zu fallen, ist das sehr schön und man ist stolz auf seine Klasse.
Über viele Dinge muss man diskutieren. Die Westerndorfer Schüler haben es ausprobiert. Zwei oder drei Kinder haben sich zusammengesetzt. Sie bekamen von Bahr einen Keks und sollten ausdiskutieren, wer den Keks bekommt. Keiner durfte sich den Keks einfach nehmen. Alle Kinder haben den Entschluss gefasst, den Keks zu teilen, weil das die beste Möglichkeit ist. Zum Schluss hat jeder einen Keks bekommen. Die Schüler fanden es alle leicht, zu diskutieren.
Danach hat die Schulsozialarbeiterin eine Geschichte von zwei Buben erzählt, die einen Streit hatten. Die Schüler haben gemeinsam darüber gesprochen, wie die beiden diesen Streit ausdiskutieren können. Anschließend wurde die Geschichte wie in einem Theater vorgespielt und verschiedene Lösungen ausprobiert.
Die letzten Stunden haben sich die Teilnehmer an diesem Projekttag dann mit dem Problemgespräch beschäftigt. Frau Bahr hatte fünf Bilder mitgebracht, die die Schüler vorgelesen und erklärt haben. So haben sie den genauen Ablauf eines Problemgesprächs kennengelernt. Immer zwei Kinder haben sich dann zusammengetan und haben einen Zettel bekommen, auf dem eine bestimmte Problemsituation beschrieben war. Sie haben dann nach dem Ablauf des Problemgesprächs das jeweilige Problem gelöst.
Das Problemgespräch verläuft so: Man fragt: "Hast du Zeit?" Ich erzähle von meinem Problem und wie ich mich dabei fühle und frage, was der andere dazu sagt. Der andere erklärt, wie er das Problem sieht. Ich sage dem anderen, was ich mir von ihm wünsche. Der andere sagt, ob das für ihn okay ist. Wenn beide einverstanden sind, versöhnen wir uns wieder.
Ein Beispiel: Ich habe ein Problem. Meine Freundin hat versprochen, dass sie von Freitag auf Samstag bei mir schläft, aber sie hat mir abgesagt, weil ihre beste Freundin sie dazu überredet hat. Ich beginne das Problemgespräch: "Ich habe ein Problem, ich möchte mit dir sprechen. Hast du Zeit?" "Ja ich habe Zeit, was ist los?" "Ich fand es gemein, dass du mir abgesagt hast, nur weil deine Freundin dich überredet hat. Ich war sehr traurig." "Ja, das verstehe ich. Ich habe mich nicht getraut, etwas gegen meine Freundin zu tun." "Ich wünsche mir von dir, dass du das beim nächsten Mal nicht mehr machst." "Es tut mir leid und ich werde es beim nächsten Mal nicht mehr machen."
Zum Abschluss hat jeder seinen eigenen Leporello gebastelt, in dem der genaue Ablauf des Problemgesprächs steht. Somit können die Westerndorfer Viertklässler jederzeit mithilfe des Problemgesprächs ihre Probleme selbst ohne die Hilfe von Lehrern lösen.
www.rosenheim24.de/zeitung in der schule



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Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.