- Waldkraiburg/Rust (stl) - Die neue Miss Germany kommt aus dem Großraum Berlin und heißt Nelly Marie Bojahr.

Die amtierende Miss Bayern Julia Mürkens aus Waldkraiburg erreichte in der Schönheitskonkurrenz im Ruster Europapark einen Platz im Finale der schönsten zehn Frauen Deutschlands.
Die Miss Germany Wahl - auch 2007 war sie ein gigantisches Spektakel. Zahlreiche Promis vor allem aus Sport und Showbusiness gaben sich im "Dome", der Veranstaltungshalle im Europapark, ein Stelldichein. Über 160 Medienvertreter aus Presse, Funk und TV berichteten von dem Ereignis. Und eine Waldkraiburgerin war mitten drin: Julia Mürkens - "unsere Julia", wie es in der Stadt schon heißt - vertrat den Freistaat als Miss Bayern.
Nach einer harten Vorbereitungswoche in Ägypten und einem Trainingscamp in Rust (wir berichteten) begann am Samstag pünktlich um 20 Uhr das große Miss-Germany-Finale für die 22 Kandidatinnen. Der Stress ging bereits am Nachmittag los: Haarewaschen, Schminken, das Hairstyling mit drei Friseurinnen waren ebenso Pflicht wie die Maniküre-Arbeiten.
Auch bei Julia Mürkens stieg die Nervosität: "Gewinnen kann heute fast jede Kandidatin", meinte die 20-jährige Waldkraiburgerin, die als persönliches Ziel das Finale der besten zehn Damen ausgegeben hatte. "Das wäre echt super", so Mürkens, die als Erzieherin im katholischen Kindergarten Christkönig arbeitet.
Die härteste Arbeit bis zu diesem Finale hatte sie nun ohnehin schon geschafft: Drei Miss-Titel in Waldkraiburg, Südbayern und Bayern, zwei hektische Wochen und "vor allem das zwölfstündige Bühnen-Lauftraining auf Highheels, enorm hart für mich".
"Eine halbe Stunde davor geht eigentlich erst das richtige Zittern los", verriet die sympathische Blondine. Angst habe sie nur davor, dass "ich auf der Bühne hinfalle oder beim Interview stottere". Ein Scherz - ihre wahren Stärken kannte sie ohnehin.
Nun musste sie nur noch einmal mit ihrem Dauerlächeln und ihrer Ausstrahlung die prominente Jury überzeugen. Neben Top-Sportlern wie den Ex-Weltklasse-Tennisspielerinnen Claudia Kohde-Kilsch und Anke Huber, Box-Mittelgewichts-Weltmeister Arthur Abraham, Ex-Fußball-Europameister Fredi Bobic saßen Pop-Sänger Haddaway, Lou Bega sowie Ireen Sheer auf den Stühlen der Preisrichter. Dazu kamen Geschäftsleute, Mediziner und Mode-Designer.
Und dann ging es endlich los. Nach dem tänzerischen Opening im ausgeflippten Punk-Dirndl war die Präsentation im Abendkleid. Im Interview eine wirklich strahlende Startnummer 3 - von Aufregung keine Spur. "Ich komme aus Waldkraiburg und freue mich heute riesig, dass ich das Bundesland Bayern repräsentieren darf", schallte es durch den Dome beim Interview mit der Ex-Vize-Miss World Ines Kuba.
Dazwischen folgten Showeinlagen vom Europapark-Ballett, Akrobaten und Sängern wie John Kelly von der Kelly Family.
Im einheitlichen Trankini - einem bikiniartigen Höschen-Top-Look - glänzte die 20-jährige Miss Bayern mit ihrer guten Figur. Eine echte Augenweide eben für alle Zuschauer. Und dann musste sie lange zittern, ehe sie erfuhr, ehe sie erfuhr, dass sie das Finale der schönsten zehn Damen erreicht hatte. .
"Ein Traum", so Mürkens später überglücklich, die zwar nicht mehr unter die "Top 5" kam, aber im Felde der zehn besten Landesseigerinnen mit den Titeln T-Online, Norddeutschland, Niedersachsen, Ostdeutschland, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Berlin und Baden-Württemberg hervorragende Figur machte.
Nach der Siegerehrung rundum positive Resonanz für Julia Mürkens, die von ihrer Familie und der Familie ihres Freundes Ruppert Wimmer nach Rust begleitet worden war. "Wir sind zufrieden. Jetzt ist das Leben wieder in normalen Bahnen", sagt ihre Mutter Barbara. Die 20-jährige Miss Bayern betrachtet "die Miss-Wahlen als einmalige Sache". Sie werde "wohl nicht mehr bei Wahlen mitmachen", meinte sie.
"Echt toll" freute sich Julia Mürkens über die Unterstützung ihrer Familie und die Grüße und guten Wünsche von Bürgermeister Siegfried Klika, aus der Stadtverwaltung und der Waldkraiburger Bevölkerung. "Es freut mich einfach riesig, dass die Stadt so sehr hinter mir steht."
Ihr Freund Ruppert Wimmer wusste nicht so recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. "Schade, dass sie nicht gewonnen hat. Für mich ist sie die Schönste". Einen Vorteil hat es allemal, dass sie nicht Siegerin wurde. Wegen der Terminflut einer Miss Germany hätte er seine Freundin fast ein Jahr lang kaum noch gesehen. Eine Miss Germany absolviert nämlich über 100 Termine und kann sich hier - wenn sie es geschickt anstellt - bis zu einer Viertelmillionen Euro verdienen.
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