Der volksmusikalischen Förderung von Kindern und Jugendlichen fühlt sich Siegi Götze seit mehr als 30 Jahren verpflichtet. Dieser Aufgabe widmet er sich im Rahmen der "Grassauer Volksmusiktage", die er initiiert hat und bis heute maßgeblich leitet. Für die Veranstaltung in Grassaus Musikschule mit Seminar - in diesem Jahr vom 24. bis 25. März - werden bis zum 5. März Anmeldungen entgegengenommen.

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Siegi Götze fördert seit vielen Jahren den volksmusikalischen Nachwuchs. Foto eder
Grassau - Die Seminare, geleitet von erfahrenen Referenten, sind am Samstag von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag von 9 bis 12 Uhr. Am Samstag übernehmen die Seminarteilnehmer die volksmusikalische Gestaltung der Vorabendmesse und zeigen ihr Können anschließend beim Wirtshausmusizieren um 20 Uhr im Gasthof "Sperrer". Die Seminare sind offen für alle Instrumente und alle Altersgruppen. Familien erhalten eine attraktive Vergünstigung. Anmeldung für das Seminar bei der Musikschule Grassau unter Telefon 08641/697940 oder bei dufter@musikschule-grassau.de.
Heuer wird es eine Neuerung geben, denn statt der volksmusikalischen Klaushäuslveranstaltung bietet Götze erstmals ein "Sprecher-Seminar" am Dienstag, 27. März, um 19 Uhr, im Schulungsraum der Touristinformation an. Die Sprecher, die gekonnt und gezielt durch volksmusikalische Abende begleiten können, werden laut Götze immer weniger. Dem möchte er durch dieses Angebot entgegen wirken, er möchte motivieren und das Rüstzeug für eine gelungene Moderation an die Hand geben. Hierfür ist eine gesonderte Anmeldung bei der Musikschule erforderlich. Ein Anmeldeschluss besteht nicht.
Ein Blick zurück: Vor 30 Jahren rief Götze das Ritter- Marquart-Jugendsingen in Marquartstein ins Leben. Grund war, dass mit dem Traunsteiner Lindl es eine hervorragende Auszeichnung und Förderung der Volksmusik im Erwachsenenbereich, aber schließlich noch keine für Kinder- und Jugendliche gefunden war. Götze wollte eine Veranstaltung zur Jugendförderung außerhalb der Musikschulen und über die Ortsgrenzen hinweg schaffen, die den jungen Menschen die Möglichkeit eines breiteren Publikums und des gegenseitigen Kennenlernens eröffnen sollte.
Allerdings beschäftigte Götze schon damals die Aussage des bekannten Volksmusikkenners und Förderers Wastl Fanderl: "Wenn du es ohne Preis schaffst, kriegst von mir einen Preis". Und diese Worte gingen dem ambitionierten Volksmusikförderer Götze nicht mehr aus dem Kopf. Volksmusik könne nicht bewertet werden, Volksmusik ist Lebensart, Tradition und Brauchtum. Dieser Gedanke habe dann 1997 dazu geführt, eine volksmusikalische Begegnung mit Seminarcharakter, allerdings ohne Erfolgsdruck zu initiieren. 1997 jährte sich ein besonderes Ereignis. Schließlich hatte Wastl Fanderl 1947, also 50 Jahre davor, zum ersten Mal die Liederblätter seines Liederstandls herausgegeben und verschickt und somit aktiv gegen das Vergessen des Volksmusikgutes angekämpft. Diese Förderung des Liedgutes nahm Götze als Aufhänger, ganz im Sinne des Fanderls die "Grassauer Volksmusiktage" ins Leben zu rufen. Götze freute sich über den Zuspruch der Gemeinde und die aktive Mithilfe der Grassauer Musikschule.
Begeistert zeigte sich Götze über die vielfältige Unterstützung, die auch nach 15 Jahren immer noch ungebrochen vorhanden ist. Otto Dufter übernahm die musikalische Leitung, erarbeitet jedes Jahr ein besonderes Heft mit Volksmusikstückerl und Liedern, bereitet die musikalische Gestaltung der Messe vor. Schließlich können immer wieder qualifizierte Referenten, meist erfahrene Musikschullehrer auch aus dem angrenzenden Salzburger Land und Tirol, gewonnen werden.
Wie sehr die Musikschule hinter dieser Veranstaltung steht, zeigt sich auch an der Überlassung der Räume. Aufgeschlossene Schulleiter, zuerst Peter Stümpfl, nun Klaus Biersack, überließen zudem, so Götze, Räumlichkeiten in der Grund- und Mittelschule. Sowohl der Bezirk Oberbayern, wie auch die Sawallisch- Stiftung unterstützen die Volksmusiktage. Dies machte es möglich, die Seminargebühren auf niedrigem Niveau zu halten und familienfreundlich zu gestalten. Das Interesse ist ungebrochen hoch und von sechs bis 80 Jahren kann jeder mitmachen. tb
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