007.04.10|Chiemgau|Chiemgau|
Drucken|Empfehlen|Schrift
a
/
A||recommendbutton_count130
Nach Ostern beginnt die Saison der Hochzeiten. Dafür machten sich nun zahlreiche Tanzbegeisterte, darunter auch blutige Anfänger, in einem kostenlosen Tanzkurs im Trachtenheim Inzell fit. Der Kurs ist eine rein ehrenamtliche Initiative der einheimischen "Hirschbrunftmusi" in Kooperation mit Trachtler-Urgestein Toni Egger.
Inzell - Da jeder Lehrabend in sich abgeschlossen ist, können auch zum letzten Treffen am Freitag, 9. April, von 20 bis 22 Uhr spontan Interessierte dazustoßen.
"Wir haben das vor fünf Jahren angefangen, weil ein paar von uns geheiratet haben", erzählt Martin Huber, der in der Hirschbrunftmusi die Ziach spielt. Mit zum Ensemble gehören Michael Restner (Bass), Andre Maier (Ziach), Stefan Maier (Gitarre) und seit einem halben Jahr als Sängerin Maria Maier. Die Haupt-Zielgruppe sind Heiratswillige, Familienangehörige von Hochzeitern, Kranzlpaare und Anfänger, von jung bis alt. "Auch Auswärtige waren schon dabei, zum Beispiel aus Gstadt, Bergen, Schleching, Teisendorf, Bayerisch Gmain, Weißbach oder Nußdorf", freut sich Huber.
Am Kursende werden als Dank für die kostenlose Benutzung des Raums Spenden für die Kinder und Jugendlichen des Trachtenvereins "D'Falkastoaner" gesammelt. Da kamen 2009 stolze 320 Euro zusammen. "Wir treffen uns fünf- bis sechsmal. Man kann jedes Mal von null weg anfangen", erklärt der 70-jährige Tanzleiter. Jeden Abend wird dasselbe getanzt: Boarischer, Walzer, Polka und der Wechseltanz "Sautanz".
Der Humor kommt dabei nicht zu kurz. Egger gefällt, dass die Musi "nicht so reissert" spielt, sondern sich anpassen kann. Wenn er nicht selber mittanzt, betreut er mit vollem Körpereinsatz Paare mit kleinen Problemen. Diesmal versucht er, Brautvater Fridolin Egger das Wiegende des Walzerschritts nahe zu bringen.
In der Regel kommen 25 bis 30 "Tanzschüler", die meisten leger in Jeans. Manche waren im Vorjahr schon da, als sich einmal eine Spitzenanzahl von 68 Tänzern zusammenfand und in den Festsaal ausweichen musste, und frischen heuer ihre Kenntnisse auf. Fridolin Eggers Tochter Michaela Zenz ist mit ihrem Bräutigam Georg, den sie am 10. April kirchlich heiratet, zufrieden: "Er ist zwar eher Musikant, kann aber trotzdem gscheit gut tanzen", befindet sie. "Der Donei macht das bärig", meint dieser begeistert. Die beiden machen nur den einen Abend mit, weil Georg Zenz seine neuen Schuhe eintanzen will. Prompt hat er schon eine Blase bekommen.
Auch das Kranzlpaar des Hochzeitspaares Zenz übt fleißig. "Sie ist perfekt, dafür dass sie es jetzt erst gelernt hat", lobt Roman Zenz die Kranzljungfrau Franziska Strehhuber, die zum vierten Mal da ist. Die gibt das Kompliment charmant an ihren Tanzpartner zurück: "Er ist der beste Lehrer, den man haben kann." Dass sie tänzerisch so harmonieren, ist das Beste, was dem Kranzlpaar passieren kann: Nach altem Brauch dürfen sie bis zum Weinstüberl nur miteinander tanzen und auch danach nur dann mit einem anderen, wenn sie gefragt werden. "Ich tu mich am Anfang ein bisserl schwer, herauszuhören, was es für ein Tanz ist", gibt Franziska Strehhuber zu, "aber dafür hab' ich ja ihn."
Toni Egger freut sich, dass viele ganz junge Leute dabei sind. Tini Reinwart (23) macht mit, um selbst tanzen zu können, wenn sie auf Hochzeiten geht. Helena Hopf (15) ist mit drei anderen Gleichaltrigen da. "Meine Mutter hat vorgeschlagen, dass ich da hingehe. Da habe ich meinen Cousin gefragt. Der hat dann einen Freund mitgenommen und ich eine Freundin." Ihr Tanzpartner Martin Krammer (15) hat Probleme, weil sich seine Turnschuhe nicht so gut drehen. "Ich zieh' mich das ganze Jahr nicht so bayerisch an", gesteht er. Für seine Schuhgröße 47 fanden sich keine Haferlschuhe zum Ausleihen. Der Tanzfreude tut das keinen Abbruch. Helena mag am liebsten den Walzer, während Martin auf die flotte Polka steht.
Rubriklistenbild: © pazurück zur Übersicht: Chiemgau

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

