Obing/Prien - Individuelle Mobilität auf dem Land auch ohne Auto, damit beschäftigt sich ein Projekt des Priener Fraunhofer-Institutes, das jetzt in Obing vorgestellt wurde.

© Graichen
Spezielle Angebote in der Region wie Bürgerbus und Chiemsee-Ringlinie werden ins „immer Mobil - iMo"-System einbezogen.
Ab September bis Mitte Dezember können interessierte Bürger aus der Generation 50plus in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein das Informations- und Buchungs-Angebot für öffentliche Verkehrsmittel und Mitfahrgelegenheiten „immer Mobil - iMo“ unter realen Bedingungen ausprobieren. In einem Feldtest will das Fraunhofer Institut Prien mit dem von seinen Mitarbeitern entwickelten Programm erste Erfahrungen sammeln.
Mit dem Projekt „immer Mobil - iMo“ sucht das Fraunhofer Institut nach Antworten auf die Bedürfnisse nach individueller Mobilität im ländlichen Raum in einer Zeit, in der immer mehr ältere und behinderte Menschen ohne eigenes Auto auskommen wollen oder müssen. Es bietet eine Zusammenfassung aller Informationen über Verkehrsangebote bezogen auf den ganz konkreten Bedarf des jeweiligen Nutzers und kann per Telefon, Internet oder Handy abgerufen werden.
In einer ersten Informationsveranstaltung des Priener Instituts und der Bürgeraktion „Der Obinger Weg“ mit Wolfgang Inninger, Leiter des Projektzentrums Verkehr, Mobilität und Umwelt in Prien, in Obing-Frabertsham erfuhren Intteressierte vor allem aus dem nördlichen Landkreis Traunstein, welche Verbesserungen dem Einzelnen die Eintragung in die Teilnehmerliste von „immer Mobil - iMo“ bringen kann. Mit der Nutzung von Internet und Telekommunikationssystemen könne insbesondere älteren Menschen ein Dienst zur Verfügung gestellt werden, der aktuell und ortsbezogen verschiedenste Transportdienstleistungen vermittelt, erläuterte Inninger.
Zunächst gehe es um eine genaue und umfassende Abbildung des bestehenden Angebots, vom Öffentlichen Personen-Nahverkehr über die Fahrdienste sozialer Organisationen bis zu Mitfahrgelegenheiten auf privater Ebene. Dies könne über Internet oder telefonisch abgerufen werden. Der einzelne könne die Bedingungen festlegen, die bei einem speziellen Angebot für ihn erfüllt werden müssen, informierte Inninger weiter, und dann das passende Angebot direkt über „immer Mobil - iMo“ buchen.
Den Einwänden, dass gerade die Zielgruppe des Projektes bezüglich Computer und Internet nicht so versiert sei, begegnete Inninger mit dem Hinweis, das Anfrage- und Buchungssystem könne auch per einfachem Anruf genutzt werden. Für den Testzeitraum sei mit Hilfe der Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ein professionelles Call-Center beauftragt worden, das für den Nicht-Internet-Nutzer die Eingabe der nötigen persönlichen Daten, die Sichtung des Angebots und die erwünschte Buchung übernimmt. Man hoffe, dass sich nach Auswertung der Testerebnisse ein Betreiber für den Transportvermittlungsservice finde, der über Gebühren seine Kosten decken könne. Nicht nur die Nutzer es Services würden davon profitieren, sondern auch die Fahrdienstleistungsanbieter aller Art, deren Mobilitätsangebote besser ausgelastet, Leerfahrten reduziert und Wege optimiert werden könnten.
„Jetzt kommt es darauf an, Erfahrungen zu sammeln und unser System zu optimieren. Je mehr Testpersonen sich in unsere Kartei eintragen, desto realistischer läuft der Feldtest ab“, erklärte Inninger. Bei den Nutzern müsse man sich auf die Generation 50plus beschränken, beim Angebot von privaten Fahrten könne jeder Autofahrer quasi als „Bürgertaxi“ im Rahmen der Nachbarschaftshilfe Mitfahrmöglichkeiten anbieten.
Wer sich in der Region fürs Mitmachen interessiert, kann sich ab September im Internet bei www.immermobil.org registrieren oder über die telefonische Datenaufnahme in der „immer Mobil“-Telefonzentrale anmelden unter 08 61 / 9 86 60 70. Weitere Informationen erhält man auch bei den Mitarbeitern des Projektzentrums in Prien unter 0 80 51 / 90 11 13 (Nutzer) und 0 80 51 / 90 11 17 (Anbieter).
igr/Chiemgau-Zeitung
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