Grassau - Nur wenige Kilometer entfernt, aber durch die Landkreisgrenze getrennt, beschränken sich die Kontakte zwischen den beiden Ortsvereinen der SPD aus Bernau und Grassau bislang auf einige seltene Treffen. Da aber immer mehr Probleme und auch zukünftige Aufgaben gemeinde- und auch landkreisübergreifend sind, trafen sich Vertreter der beiden Ortsvereine der SPD nun im Gasthof "Zur Post" in Grassau.
Dr. Dieter Hahn, Grassaus SPD-Ortsvereinsvorsitzender, freute sich, dass dieses Treffen endlich gelungen sei. Nur durch einen intensiven Gedankenaustausch zwischen den Vertretern Grassaus und des Achentals und denen aus Bernau und Aschau sowie durch die Diskussion anstehender Entscheidungen lasse sich eine vorausschauende regionale Politik verwirklichen, welche an den Interessen der Bevölkerung ausgerichtet ist. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Alexander Herkner aus Bernau erläuterte, dass er hoffe, aus den Erfahrungen aus Grassau zur Ortssanierung und ganz besonders zum Ausbau der Fernwärme zu lernen.
Beide Ortsvereine versuchen mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen, die Politik ihrer Orte mitzugestalten. Während die Bernauer SPD lediglich zwei Gemeinderäte stelle, hat Grassau bereits seit 25 Jahren einen Bürgermeister von der SPD. Und die örtliche SPD stellt mit sieben Marktgemeinderäten auch die größte Fraktion.
Xaver Schreiner und Herbert Gschöderer berichteten über den Weg zur Realisierung der Fernwärmeversorgung in Grassau. Voraussetzung für die schnelle Verwirklichung war und ist ihren Ausführungen zufolge das gute Klima im Marktgemeinderat. Alle Fraktionen seien bemüht, gemeinsam das Beste für ihren Ort zu erreichen. So seien nun schon 200 Anschlüsse der Wärmeversorgung realisiert. Dies entspreche in etwa 500 Einfamilienhäusern. Wichtig sei dabei auch, dass diese Versorgung ausschließlich von der Gemeinde betrieben werde und dass dabei keine Gewinne erzielt werden sollen. Der Ausbau des Wärmenetzes werde auch in diesem und den folgenden Jahren fortgesetzt. In den letzten Monaten 2011 habe zudem die Kommunalgesellschaft alle geeigneten gemeindlichen Gebäude mit Solaranlagen zur Stromgewinnung bestückt.
Über viele Jahre arbeiteten die Gemeinden um den Chiemsee über die Landkreisgrenzen hinweg erfolgreich im Chiemsee-Verband an der Fortentwicklung des Tourismus am Chiemsee, berichtete Olaf Gruß. Die Auflösung des Verbandes bleibe bis heute unverständlich. Sinnvoller wäre eine Fortentwicklung des Verbandes unter Einbeziehung der anderen Organisationen gewesen und nicht die Fixierung von Verbänden, welche wieder Grenzen ziehen, die von den Gästen nicht wahrgenommen werden wollen. Es sei zu hoffen, dass sich die nunmehr existierenden Verbände, der Chiemgau-Verband im Landkreis Traunstein und der Chiemsee-Alpenland-Verband im Landkreis Rosenheim, bald zusammenfinden, um gemeinsam einen nachhaltigen sanften Tourismus für unsere gesamte Region zu entwickeln.
Ein großes Problem stelle weiterhin die große Belastung durch den Verkehr dar, stellte Dr. Dieter Hahn fest. Nach Alexander Herkner wird die Autobahnausfahrt in Bernau jetzt durch den Bau eines Kreisels erleichtert. Der große Wunsch von Grassau sei aber weiterhin die Reduzierung des Durchgangsverkehrs durch Bernau, Rottau und Grassau in Richtung Marquartstein und Reit im Winkl durch die Herabstufung der Bundesstraße zu einer Staatsstraße. Der Durchgangsverkehr solle über die Autobahn zur Ausfahrt Grabenstätt geleitet werden, so Xaver Schreiner. Auch wenn damit nicht der gesamte Durchgangsverkehr verhindert werden könne, so erhoffe er sich zumindest eine spürbare Entlastung der Orte und ihrer Bewohner. ogr
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