126.10.09|Bad Aibling|Bad Aibling|
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Große Überraschung gestern für "JiM", die Jugendinitiative Mangfalltal: Die Organisation bekommt den Kulturförderpreis 2009 des Landkreises. "Wahnsinn, einfach super", war der Erste Vorstand Thomas Vona völlig perplex, als ihn diese Nachricht durch den Mangfall-Boten erreichte. Der Kulturausschuss des Landkreises honorierte mit der Auszeichnung die Jugendarbeit und den Idealismus des Vereins.
Bad Aibling - Unter 17 weiteren Vorschlägen hatte der Ausschuss für Kultur, Sport, Fremdenverkehr und Schulangelegenheiten der Jugendinitiative den Zuschlag in nicht öffentlicher Sitzung gegeben und damit das vorbildliche jugendkulturelle Engagement des Vereins gewürdigt - insbesondere, dass er jedes Jahr das Süd-Ost-Rock- Festival (SORF) in Bad Aibling organisiert.
Etwa 80 ehrenamtliche Helfer zwischen 15 und 25 Jahren sind mit der Vorbereitung des zweitägigen Festivals beschäftigt, das auf dem B&O-Gelände (ehemals "Bad Aibling Station") in Mietraching stattfindet. Allein in diesem Jahr hatten 20 regionale Bands die Möglichkeit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. SORF zieht inzwischen jedes Mal mehr als 2000 Besucher an.
Da dieses Festival nicht gewinnorientiert arbeitet, können junge Menschen zum günstigen Preis Kultur und Spaß erleben. Für die Kreistagsfraktion von Bündnis90/die Grünen war dies Grund genug, JiM für den Kulturförderpreis vorzuschlagen. In der Begründung heißt es unter anderem, das Festival stelle seit über zwölf Jahren eine echte Bereicherung des Jugendkulturspektrums im Landkreis Rosenheim dar. JiM organisiert darüber hinaus das jährliche Benefiz-Konzert "Rocking X-Mas".
Einer, der sich für die Jugendinitiative Mangfalltal und ihre etwa 50 aktive sowie 15 passive Mitglieder mitfreut, ist der städtische Jugendreferent Stefan Rossteuscher.
"Was mir imponiert ist, dass der Verein 1990 von Jugendlichen gegründet wurde und seitdem in Selbstverwaltung aktiv ist, noch nie einen hauptamtlichen Betreuer oder eine pädagogische Fachkraft gehabt hat." Das spare der Stadt einige Gelder, gleichwohl sie das "Stellwerk" zur Verfügung stelle und auch Zuschüsse gebe. Weiterer Pluspunkt: Die Jimmies organisieren nicht nur Veranstaltungen, sondern auch Seminare und Treffen, wo sie sich mit jugendpolitischen Themen auseinandersetzen. Der Einsatz ist Rossteuscher zufolge umso bewundernswerter, als die JiM-Mitglieder am Ende ihrer Schulzeit stünden oder am Beginn ihrer Ausbildung - "und da müssen die jungen Leute ihren Kopf eigentlich woanders haben". Dennoch funktioniere das Ganze und die Kontinuietät der Arbeit sei gewährleistet.
Ziel der Jugendlichen war bei der Gründung, einen offenen, möglichst unabhängigen Jugendtreff zu errichten. Mit Unterstützung der Stadt Bad Aibling und des Landkreises Rosenheim gelang dies der Jugendinitiative im Jahr 1993, als der Jugendtreff "Stellwerk" gegenüber dem Aiblinger Bahnhof eröffnet wurde.
Landrat Josef Neiderhell will im Frühjahr 2010 den mit 1200 Euro dotierten Kulturförderpreis verleihen. Das geld ist nicht zweckgebunden, aber der JiM-Vorstand hat schon eine Idee: "Wir müssen unbedingt die Technik im Stellwerk erneuern."
Noch offen ist, an wen der Kulturpreis 2009 geht. Der Rosenheimer Kreistag wird darüber im Dezember entscheiden.
Bei aller Freude über die Auszeichnung mischt sich bei JiM weiterhin die große Sorge um den Verbleib im "Stellwerk". Wie berichtet, gibt es wegen Lärmbelästigung juristische Schritte gegen die Baugenehmigung (Landratsamt, 2004) über den Anwalt einer Nachbarin. In einem Gespräch hatte diese den Vorschlag unterbreitet, bis maximal zum 31. August 2011 den Betrieb im Stellwerk zu dulden.
Dies bestätigte Bürgermeister Felix Schwaller auf Anfrage. Die Suche nach Alternativen bringe immer wieder Ansätze, im nächsten Jahr müsse man sich intensiv damit befassen, erklärte er. Eine Vermischung mit dem geplanten Neubau des Jugendzentrums "Kick" (Westendstraße) schließe sich allein schon durch die unterschiedlichen Systeme aus, unterstrich er.
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