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Alternative Wohnformen vorgestellt

Mitgliederversammlung der Ökumenischen Nachbarschaftshilfe Bruckmühl-Heufeld-Götting

Alternative Wohnformen vorgestellt

017.03.10|Bad Aibling|Bad Aibling|
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Artikel: Alternative Wohnformen vorgestellt

Bruckmühl - Die Mitgliederversammlung der Ökumenischen Nachbarschaftshilfe Bruckmühl-Heufeld-Götting war geprägt von einem Referat und Neuwahlen. Edda Gorzel, Seniorenbeauftragte für den Landkreis Rosenheim, und Hubert Steinsailer, Architekt, stellten alternative Wohnformen im Alter vor.

Die Vorstandschaft der Nachbarschaftshilfe: Doris Wagner, Magdalena Aimer, Theresia Bäumel und Dr. Bernd Münch.

© OVB

Die Vorstandschaft der Nachbarschaftshilfe: Doris Wagner, Magdalena Aimer, Theresia Bäumel und Dr. Bernd Münch.

Seit 2005 bemüht sich die Seniorenbeauftragte um alternative Wohnformen, speziell um Senioren-Hausgemeinschaften und Mehrgenerationen-Wohnen mit bezahlbaren Mieten. Anhand der Hausgemeinschaft GLORIA (Gemeinsam Leben Oldies ohne Reue Im Alter) in Rosenheim erklärte Edda Gorzel mit einer Bildpräsentation die Grundprinzipien dieser Wohnform.

Die Aussicht auf Sicherheit bietende Gemeinsamkeit, Geselligkeit, gegenseitige kurzfristige Hilfe und Unterstützung im Bedarfsfall sei die Motivation, sich dafür zu entscheiden. Damit sei so lange wie möglich ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben in einer eigenen Wohnung gewährleistet. Wesentlicher Grundsatz sei das Mitbestimmungsrecht aller Bewohner, das bereits vor dem Einzug beginne.

Bei regelmäßigen Stammtischen finde sich im Lauf der Zeit eine Gruppe zusammen, die schon bei der Planung ihres Hauses mitwirke. Erwünscht sei zwar ein Geschlechtermix, doch seien die Frauen in der Mehrzahl. Wichtig sei die Integration in das umgebende Wohnquartier und die Teilnahme der Hausbewohner am Gemeinwesen. Das Haus Gloria ist bereits bezogen. Ein zweites Projekt sei am Wachsen.

Architekt Steinsailer gab Infos zum Mehrgenerationenhaus, das in Heufeld in den geplanten Korbinianspark integriert werden soll. Die Organisatoren wünschen sich, dass bis Mitte des Jahres eine Gruppe Interessierter entsteht, damit die konkrete Planung starten kann. Steinsailer hat bereits drei Varianten konzipiert, von denen nach Meinung aller mit der Vorarbeit befassten Beteiligten die dritte die beste zu sein scheint.

Sie besteht aus drei Gebäuden, die u-förmig miteinander verbunden sind, sodass zum einen ein Innenhof für die Wohngemeinschaft entsteht, zum anderen für alle drei Häuser ein einziger Aufzug genügt. Momentan sind etwa 15 Wohnungen, eine Wohnung mit Gemeinschaftsräumen und zwei Gewerbeeinheiten angedacht. Der Schwerpunkt liegt zum jetzigen Zeitpunkt bei kleinen Wohnungen, für Familien sind drei Vierzimmerwohnungen vorgesehen.

Das Mehrgenerationenhaus soll nach Vorstellung des Architekten in Passivhausbauweise als gesunder Holzbau für generationsübegreifendes Wohnen entstehen. Eine Baugruppe/Bauherrengemeinschaft aus der sich vierwöchentlich treffenden Interessengruppe soll nach Möglichkeit bald entstehen.

Nach dem Referat belegte Kassierin Magdalena Aimer mit Zahlen ein auch finanziell bewegtes Jahr. Die Einnahmen setzen sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden zusammen, wobei eine örtliche Firma die gesamte Jugendförderung übernahm, sodass die Ausgaben für AWO (Tischlein deck dich), Diakonie (Tafel), Versicherungen und Erwachsenenzuschüsse aus den Mitgliedsbeiträgen bestritten werden konnten und sogar noch ein kleiner Überschuss blieb. Die Revisoren Hans Hellauer und Ruth Blechinger bestätigten eine einwandfreie Kassenführung.

Vorsitzende Theresia Bäumel nannte neben Regularien die Mitarbeit am Seniorenratgeber der Gemeinde. Die Aktion "Tischlein deck dich" werde finanziell und personell durch die Nachbarschaftshilfe unterstützt, die Bruckmühler Tafel finanziell. Rund 40 Helfer sind zur Zeit bereit, die wachsenden Anfragen Hilfesuchender zu erfüllen. Wer sich als Helfer melde, gehe keine Dauerverpflichtung ein, was positiv bewertet würde. Viele Hilferufe kämen von Älteren, in Götting seien vor allem Fahrdienste gefragt, in einem Fall Hausaufgaben- und Kinderbetreung. Auch 2009 sei es immer gelungen, Hilfe zu vermitteln und Unterstützungsgesuche zu erfüllen.

Ursula Stöckl von der Caritas Bad Aibling fragte an, ob Helfer angefordert werden könnten, die nur hin und wieder bei Älteren nachschauen. Die Antwort: Ja.

Bürgermeister Franz Heinritzi meinte, dass die Ganztagesschule in Bruckmühl sich für die Hausaufgabenbetreuung bewährt habe.

Bei der anschließenden Neuwahl wurden jeweils einstimmig gewählt: Theresia Bäumel zur Vorsitzenden, Dr. Bernd Münch zum Zweiten Vorsitzenden, Magdalena Aimer zur Kassierin, Doris Wagner zur Schriftführerin. Die Revisoren Hans Hellauer und Ruth Blechinger wurden ebenfalls bestätigt.

Hellauer wies darauf hin, dass Vorstandsmitglieder für ihre Arbeit eine Aufwandsentschädigung bis zu 500 Euro pro Jahr geltend machen könnten. Wenn sie diese der Vereinskasse als Spende rücküberwiesen, könne dafür eine Spendenquittung für das Finanzamt ausgestellt werden. Allerdings müsse dafür ein Passus in die Satzung eingefügt werden. Die Mitglieder befürworteten einstimmig, die Satzung diesbezüglich zu ändern. dwa

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